Rezension: Zwischen uns die Flut

buch-cover-zwischen-uns-die-flut„Interessanter Endzeit-Roman über eine authentische Beziehung zwischen gegensätzlichen Figuren und eine Welt, die auf mehr als nur eine Weise gerettet werden muss.“

(Jasmin, Testingbooks)

7,0 / 10 Punkte

Dystopie, Autorin: Eva Moraal, Taschenbuch, 450 Seiten, ab 16 Jahren, Oetinger Verlag, Erscheinungstermin: Mai 2015.

Inhalt

Zwei Familien, zwei Schicksale. Dazwischen eine Liebe, die nicht sein darf. Als Nina und Max sich ineinander verlieben, steht ein großes Geheimnis zwischen ihnen. Es wird ihre Wege auseinanderreißen und wieder zueinanderführen. Doch die Wahrheit kann zerstörerisch sein. Sie sät Zorn, wo Schuld gesucht wird. Und nur allzu schnell werden aus Opfern Täter. Eine atemlose Jagd nimmt mit einer Entführung ihren Lauf, und schon bald ist klar: Nichts ist, wie es scheint.

Die Welt des Romans

Die Niederlande sind einer großen Flut zum Opfer gefallen und wurden hiernach in unterschiedliche Zonen aufgeteilt. Während Zone 7 direkt am schützenden Deich liegt und somit dem drohenden Salzwasser am nächsten ist, leben die Menschen in den GG Zonen auf dem Trockenen. Somit holen sich die Nassen in den Zonen 7 bis 4 mehr oder weniger nasse Füße während in den GGs bessere Verhältnisse herrschen.

Hieraus resultiert natürlich ein Ungleichgewicht, welches Thema in diesem Jugendroman ist. Hervorzuheben ist der Unterschied zwischen Nassen und Trockenen, wobei die Autorin Eva Moraal leider kaum darauf eingeht, wie die Welt des Romans entstanden ist. Der Leser wird in die Gegebenheiten hineingeworfen und mit Begrifflichkeiten konfrontiert, die nicht immer verständlich sind. Die äußeren Zonen sind durch das einsickernde Meerwasser sumpfig und feucht, die Menschen leben in Armut und die Erde ist zu salzig, als dass etwas angebaut werden könnte. Komischerweise befinden sich dort trotzdem die Gewächshäuser, die zur Versorgung der Bevölkerung beitragen sollen.

Generell wird schnell deutlich: Es geht um einen Klassenunterschied zwischen armen und reichen Menschen, zwischen Nassen und Trockenen, zwischen Rebellen und der Regierung. Die besten Voraussetzungen für eine Dystopie.

Die Figuren – Max und Nina

Die weibliche Protagonistin lebt in einem der GGs, also in Reichtum und Sicherheit. Ihr Vater, ein wichtiges Mitglied der Regierung, ist überfürsorglich und seit dem Tod ihrer Schwester wird sie ständig überwacht. Dennoch wird es ihr erlaubt, eine der Schulen in den nassen Schulen zu besuchen. In dieser Schule trifft Nina auf den nassen Jungen Max.

Max, der typische arme Junge mit Badboy Charakter und Herz aus Gold, verdreht der reichen und recht behüteten Nina schnell den Kopf und bald spüren die Beiden, dass sie trotz all ihrer Unterschiede auch einige Gemeinsamkeiten haben.

Der Verlust geliebter Menschen hat ihre Familien zerstört und auch wenn Nina scheinbar im Paradies lebt ist ihre Familie mehr als kaputt. Faszinierend an diesen beiden Charakteren ist vor allem, dass sie in der Geschichte nicht immer berechenbar sind. Max, der regelmäßig de Kontrolle über seine Wut verliert, lenkt die Handlung häufig in ungeahnte Richtungen. Seine Entscheidungen sind manchmal mehr als falsch und dennoch gelingt es der Autorin, ihn niemals unsympathisch wirken zu lassen.

Da der Roman aus den Perspektivender Protagonisten erzählt wird, immer im Wechsel und aneinander anknüpfend, erhält der Leser gute Einblicke in die Gedankenwelten der Figuren und kann sich ganz in die Geschichte hinein versetzen.

Die Handlung

Hauptinhalt der Geschichte ist natürlich die Beziehung zwischen Max und Nina, die a la „Romeo und Julia“ in einer Welt beginnt, in der alle äußeren Umstände gegen sie spricht. Das Kennenlernen, das langsame Annähern sowie die einzelne Abschnitte der Beziehung sind sehr eindrucksvoll dargestellt und sie treiben die Geschichte natürlich voran.

Weiterer wichtiger Punkt des Romans ist die Differenz zwischen Nass und Trocken, der Klassenunterschied den es aufzuheben geht und der immer wieder zu Spannungen führt. Hinzu kommt die ständige Bedrohung durch das Wasser von Außen.

Die Geschichte nimmt aufgrund dieser Gegebenheiten schnell an Fahrt auf und spätestens als die nassen Rebellen offen gegen die trockene Regierung vorgehen vermag das Buch zu fesseln.

Bewertung

Mit „Zwischen uns die Flut“ hat Eva Moraal einen spannenden, dystopischen Debütroman verfasst, der den Leser zu fesseln vermag und mit einer interessanten Geschichte aufwartet. Das Zukunftsszenario der Geschichte erscheint durch die aktuellen klimatischen Veränderungen durchaus möglich und beschreibt das Leben in den überfluteten Niederlanden.

Die Hauptfiguren des Romans wirken äußerst authentisch und interessant, jedoch sind die Nebenfiguren meist etwas flach und kaum erwähnenswert. Die Beziehung der Figuren erscheint hin und wieder stereotyp und wird meist nur durch den äußerst wechselseitigen Charakter von Max aufgebrochen.

Insgesamt jedoch bietet „Zwischen und die Flut“ gute Unterhaltung und erhält aus diesem Grund 7,0 von 10 Punkte.

buch-cover-OverstroomdWeitere Infos

  • Einbandgestaltung von David B. Hauptmann
    Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf
  • Eva Moraal, 1982 in Schiedam geboren, hat Geschichte studiert und an der Universität von Amsterdam in Zusammenarbeit mit dem NIOD (Institute for War, Holocaust and Genocide Studies) promoviert. „Zwischen und die Flut“ ist ihr Debütroman.

27.07.2015 (C) Jasmin


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