Rezension: Stigmata – Nichts bleibt verborgen

Buch-Cover-Stigmata-nichts-bleibt-verborgen„Atemberaubende 300 Seiten bieten spannende Unterhaltung, stimmungsvolle Bilder und hochwertige Illustrationen – leider reicht die Spannung nicht über die letzten 84 Seiten.“

(Jasmin, Testingbooks)

8,0 / 10 Punkte

Thriller, Autorin: Beatrix Gurian, Hardcover mit Schutzumschlag, ab 14 Jahren, 384 Seiten, Arena Verlag, Erscheinungstermin: Mai 2014.

Inhalt

Kurz nach dem Tod ihrer Mutter erhält Emma von einem unbekannten Absender eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie, die ein Kleinkind zeigt. Dem Foto beigefügt ist die rätselhafte Aufforderung, die Mörder ihrer Mutter zu suchen. Angeblich soll Emma die Täter in einem Jugendcamp finden, das in einem abgelegenen Schloss in den Bergen stattfindet. Dort stößt sie immer wieder auf unheimliche Fotografien aus der Vergangenheit des Schlosses. Und auch in der Gegenwart häufen sich die mysteriösen Zwischenfälle …

Mit dem Roman „Stigmata – Nichts bleibt verborgen“ erzählt die Autorin Beatrix eine spannende Geschichte über Geheimnisse, Rache und die Liebe zwischen Mutter und Tochter, Vertrauen und Angst. Hierbei beginnt sie ihre Geschichte im Leben der jungen Protagonistin Emma. Diese hat gerade ihrer Mutter durch einen Autounfall verloren und befindet sich in einem Zustand tiefster Trauer. Doch so bleibt es nicht: Plötzlich tauchen Hinweise auf, die darauf schließen lassen, dass Emmas Mutter gar nicht einen Unfalltod gestorben ist. Vielmehr verlangt ein Unbekannter von Emma, die Mörder ihrer Mutter zu finden. Emma beschließt den Hinweisen des Fremden nachzugehen und gelangt so mit drei anderen Jugendlichen in das etwas unkonventionelle Jugendcamp für ambitionierte Jugendliche. Von diesem Moment an beginnt das Abenteuer.

Die Figuren des Thrillers

Die Protagonistin des Romans ist von der Autorin sehr authentisch und detailreich beschrieben. Besonders schön sind die inneren Dialoge, die das Mädchen führt. So spricht sie über ihre Schuldgefühle ihrer Mutter gegenüber, weil sie sich nie für sie interessiert hat. Gleichzeitig ist sie traurig, ängstlich und verloren. Sie zeichnet sich jedoch gleich zu Beginn durch einen unbeugsamen Willen aus: egal was geschieht, auf keinen Fall wird sie aufgeben! Dieser Wille führt dazu, dass die Erzählung immer temporeich bleibt und nicht eintönig oder langweilig wird. Emma handelt, sucht ihren eigenen Weg und versucht den Schein der trügerischen Schlosskulisse des Romans aufzubrechen.

Die übrigen Figuren des Romans spielen eine eher untergeordnete Rolle. Sie sind nur schwer zu charakterisieren, da sie immer aus der Sicht von Emma wahrgenommen werden und so ihr Verhalten oder ihre Aussagen häufig nicht klar gedeutet werden können. Dies macht einen großen Teil der Spannung des Buches aus, denn bis zum Ende ist dem Leser nicht klar, wer alles gegen die Jugendlichen intrigiert und arbeitet.

Düstere Schauplätze sorgen für Spannung

Stigmata-FotografieDie Kulisse der Geschichte spielt eine sehr wichtige Rolle in der Handlung. Das alte, heruntergekommene Schloss ermöglicht nicht nur viele gruselige Momente in abgenutzten Waschräumen, dunklen Kellergängen und versteckten Kammern, sondern hat auch seine ganz eigene Vergangenheit. Hier begegnet dem Leser eine weitere Protagonistin des Romans, genannt Agnes. Agnes taucht zunächst nur in recht unscharfen und kurzen Rückblenden auf, aber dem Leser wird schnell klar, welche Rolle der Figur im Roman zugedacht ist. Trotzdem kann er sich den schrecklichen Erlebnissen des Mädchens nicht entziehen und liest gespannt immer bis zum nächsten Rückblick, um ein bisschen mehr über die Vergangenheit des Mädchens und des Hauses zu erfahren.

Bewertung

Zunächst wirkt die Handlung unheimlich und beinahe übernatürlich. Erst nach und nach gelangt der Leser zu der Erkenntnis, dass es sich um das Spiel von Psychopathen handeln muss, wobei die Motive für dieses Spiel sehr lange im Verborgenen bleiben. Leider werden sie nach einiger Zeit aber doch allzu offensichtlich. Während die ersten 300 Seiten des Buchs absolut fesselnd wirken und der Leser das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen würde, kommt das Ende schließlich nicht nur plötzlich, sondern auch ziemlich vorhersehbar. Viele Dinge, Wortspiele und Motivationen sind eben doch zu klischeehaft oder gar zu offensichtlich.

Spannendes Lesevergnügen bietet der Roman „Stigmata – Nichts bleibt verborgen“ von Beatrix Gurian dennoch. Zusätzlich zu den atemberaubenden 300 Seiten besitzt das Buch außerdem hochwertige Illustrationen, besonders verzierte Buchseiten und ein schönes Cover, das Lust aufs Lesen macht. Die merkwürdigen und unheimlichen Fotos, die innerhalb des Romans wiedergegeben werden, erhöhen nicht nur die Spannung der Erzählung sondern verbessern auch die Atmosphäre beim Lesen. All diese Gründe tragen zu einer positiven Bewertung des Romans bei, jedoch sollen für das doch sehr mittelmäßige Ende zwei Punkte abgezogen werden. Daher vergibt Testingbooks 8,0 von 10 Punkte.

Weitere Infos

  • Erol Gurian illustrierte die Geschichte und trägt mit seinen atmosphärischen Fotos sehr zur Spannung bei
  • Beatrix Gurian (Beatrix Mannel) studierte Theater- und Literaturwissenschaften in Erlangen, Perugia und München. Danach arbeitete sie zehn Jahre als Redakteurin beim Fernsehen. Seitdem schreibt sie Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden

28.08.2014 © Jasmin

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