Rezension: Schnee wie Asche

buch-cover-schnee-wie-asche„Eine spannende Geschichte etwas ungünstig verpackt und wenig kreativ aufbereitet.“

4,0 / 10 Punkte

Fantasy, Autorin: Sara Raasch, Taschenbuch, ab 14 Jahren, 464 Seiten, CBT Verlag, Erscheinungstermin: April 2015.

Inhalt

Sechzehn Jahre sind vergangen, seit das Königreich Winter in Schutt und Asche gelegt und seine Einwohner versklavt wurden. Sechzehn Jahre, seit die verwaiste Meira gemeinsam mit sieben Winterianern im Exil lebt, mit nur einem Ziel vor Augen: die Magie und die Macht von Winter zurückzuerobern. Täglich trainiert sie dafür mit ihrem besten Freund Mather, dem zukünftigen König von Winter, den sie verzweifelt liebt. Als Meira Gerüchte über ein verloren geglaubtes Medaillon hört, das die Magie von Winter wiederherstellen könnte, verlässt sie den Schutz der Exilanten, um auf eigene Faust nach dem Medaillon zu suchen. Dabei gerät sie in einen Strudel unkontrollierbarer Mächte…

Mit „Schnee wie Asche“ beginnt Sara Raasch eine Trilogie rund um das Königreich Primoria. Hier wird es also Fortsetzungen geben.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

…und natürlich auch Januar, April und Oktober. Der Aufbau der Romanwelt gleicht tatsächlich einem Kalender, denn da gibt es die vier Jahreszeiten die sich natürlich gegenseitig bekriegen müssen und innerhalb ihrer Königreiche jeweils nur eine Jahreszeit kennen. Im Herbst ist immer Herbst, im Sommer immer Sommer. Die Hauptstadt des Frühlings heißt April und die Hauptstadt des Winters Januar. Soweit so kreativ. Zusätzlich zu diesen vier Königreichen gibt es noch Wald, unbeanspruchte Ebene und Meer sowie die Rhytmus-Königreiche. Zum Glück findet sich zum Anfang des Jugendbuchs eine Karte der Welt Primoria, welche die geografischen Gegebenheiten zeigt. Allein an der Schreibweise der Autorin sind diese nämlich nicht abzulesen.

Insgesamt also eine sehr klar strukturierte und einseitige Welt, die die Autorin hier für ihre Handlung aufbaut. Natürlich entsprechen auch die unterschiedlichen Völker ihrem jeweiligen Reich. Die Menschen aus Winter sind also hellhäutig, mit weißem Haar und äußerst kältebeständig und so weiter… Ich möchte hier nicht all zu viel negatives über die Welt des Jugendromans sagen, ich denke meine vorangegangene Beschreibung zeigt sehr gut worauf der künftige Leser sich einlässt. Sofern ihm also diese Welt zusagt möchte ich ihn nicht aufhalten sich in die Geschichte zu stürzen.

Die Figuren

Hauptfigur des Romans ist Meira, eine Winterianerin von 16 Jahren die mit einigen anderen auf der Raina-Ebene lebt. Sie sind geflüchtet als der „Schatten der Jahreszeiten“ der König des Reiches Frühling über Winter herein brach und die Macht an sich riss. Die übrigen Menschen ihres Volkes wurden von ihm verskalvt und arbeiten nun in seinen Arbeiterlagern, während er immer mächtiger wird.

Gleich zu Beginn wird deutlich, dass Meira die tragende Rolle in der Befreiung ihres Volkes spielen wird. Als Waisenmädchen auf der Flucht, die zufällig als beste Freundin des zukünftigen Königs Mather aufwächst, lernt sie zu kämpfen und den Flüchtlingen zu nützen. Ihre Motivation besteht hauptsächlich darin Anerkennung zu finden. Die Figur ist hierbei durchaus authentisch und angenehm beschrieben. Sie handelt eigenständig und aus ihrer Perspektive wird die Geschichte spannend.

Mit Mather als ihrem besten Freund entwickelt sich zudem eine zarte Liebesgeschichte. Mather ist ebenfalls realistisch dargestellt und sein Charakter ist durchdacht und anziehend. Leider kann man dies nicht von allen Figuren sagen und hin und wieder wird das Lesen anstrengend. Besonders wenn die Figur „Sir“ auf den Plan tritt. Denn hier ist man sich manchmal nicht sicher, ob Sir gemeint ist oder die Anrede zum Beispiel „Sir Dominick. Durch diese unglückliche Namensgebung einer recht tragenden Figur wird der Lesefluss leider teilweise unterbrochen.

Die Handlung

Frühling zog in den Krieg gegen Winter und konnte das benachbarte Königreich tatsächlich unterwerfen. Nun ist es an den entkommenen Flüchtlingen ihr Land zurück zu erobern und ihre Freunde zu befreien. Dies soll mit Hilfe der Magsignie geschehen. Einem magischen Gegenstand der die Magie von Winter enthält. Leider hat der Herrscher Frühlings diese zerstört und versteckt, so dass die Wiederbeschaffung sehr schwierig ist.

Doch es bleibt nicht nur bei diesem einen Handlungsstrang. zusätzlich zur magischen Komponente kommen politische Schachzüge, Freundschaften und andere Heldentaten. So versuchen die Winterianer durch eine Verbindung mit einem Rhytmus-Königreich einen Vorteil zu erringen, während das Rhytmus-Königreich sein eigenes Spiel spielt.

Meira freundet sich mit einem fremden Königssohn an und besiegelt so eine Verbindung der anderen Art und hält die Handlung so ebenfalls spannend.

Bewertung

Alles in allem beinhaltet „Schnee wie Asche“ von Sara Raasch eine spannende und durchdachte Geschichte, die zwar hin und wieder ein wenig vorhersehbar wirkt jedoch echtes Unterhaltungspotential besitzt.

Aufgrund der wenig kreativen Weltgestaltung von Frühling, Sommer, Herbst und Winter die teilweise unfreiwillig ins komische abdriftet kann ich dieses Buch allerdings trotz der guten Handlung nicht positiv bewerten. Zusätzlich hierzu ist die Handlung auch sehr vorhersehbar und der Leser wartet manchmal zu lange darauf, dass seine Erwartungen bzw. sein Wissen sich endlich in der Geschichte offenbart.

Zusätzlich zur Romanwelt wirken sich auch Namensgebungen und die Sprache (möglicherweise liegt dies an der Übersetzung) negativ auf meine Bewertung aus und der Roman erhält 4,0 von 10 Punkten.

Weitere Infos

  • buch-cover-ice-like-fireOriginaltitel: Snow Like Ashes, Originalverlag: Harper Collins, US,
  • Aus dem Amerikanischen von Antoinette Gittinger
  • Sara Raasch wusste schon mit fünf Jahren, dass sie für die Bücherwelt bestimmt war. Während ihre Freunde Limonade verkauften, brachte sie ihre handgemalten Bilderbücher an den Mann. Dies ist ihr erster Roman
  • der zweite Band dieser Trilogie unter dem englischen Titel „Ice like fire“ erscheint voraussichtlich im Oktober 2015

26.06.2015 © Jasmin


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2 Gedanken zu “Rezension: Schnee wie Asche

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