Rezension: Der dunkle Kuss der Sterne

buch-cover-der-dunkle-kuss-der-sterne„Großartig, spannungsvoll, emotional und fantastisch: Eine Geschichte voller Machtgier, Intrigen und einer mutigen Heldin, die vielmehr als nur sich selbst rettet.“

(Jasmin, Testingbooks)

9,5 / 10 Punkte

Fantasy, Autorin: Nina Blazon, Hardcover mit Schutzumschlag, 528 Seiten, ab 13 Jahren, CBT Verlag, Erscheinungstermin: Februar 2014.

Inhalt

Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, wacht nach einem schrecklichen Albtraum auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel: Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren gegangen. Ihr fehlt der Glanz, mit dem sie alle bezaubert hat. Und Tian, dem sie versprochen war, ist spurlos verschwunden… Ihre eigene Familie verstößt sie und lässt sie wegsperren, doch Canda entkommt. Und trifft ausgerechnet auf die Mégana, die Herrscherin des Landes, die ihr einen erstaunlichen Handel vorschlägt: Sie stellt Canda einen Sklaven, den geheimnisvollen Amad, zur Seite, um Tian zu suchen. Doch der Preis, den Canda dafür bezahlen muss, ist hoch, und ihre Suche führt auf ungekannte Wege…

Der Jugendroman „Der dunkle Kuss der Sterne“ von Nina Blazon beginnt im Leben der jungen Canda Moreno. Mit vier Gaben gesegnet und ihrem Geliebten bereits von Geburt an versprochen, führt die Protagonistin ein behütetes und vorhersehbares Leben. Bis zu ihrer Brautnacht, einen Tag vor der Verbindung mit ihrem Versprochenen Tian. In dieser Nacht verliert sie nicht nur ihre zweite Hälfte, sondern auch eine ihrer Gaben, ihren Glanz, und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: Sie wird von ihrer Familie verstoßen, von dem Regierungspaar verurteilt und von ihren Freunden verraten. Doch hinter der jungen Canda Moreno steckt mehr, als nur das verzogene, ängstliche Mädchen.

Eine fantastische Protagonistin

Die Hauptfigur Canda macht in der Geschichte von Nina Blazon eine bemerkenswerte Entwicklung durch, die den Leser mehrfach zu Tränen rührt. Diesem großartigen Charakter ist es zu verdanken, dass die Erzählung fesselt und der Leser das Buch vor Spannung kaum aus der Hand legen mag. Zu Beginn ist Canda ein regelliebendes, wohlerzogenes und behütetes Mädchen, das für seine Stadt und deren Gesetze einsteht. Doch innerhalb der Handlung muss sie schmerzhaft erfahren, wie wenig perfekt ihre Stadt und die Regierung sind und wie schrecklich die Machenschaften die hinter den schönen Fassaden lauern. Immer wieder fällt sie und der Leser mit ihr. Doch jedes Mal steht sie wieder auf und kämpft weiter, auch für Menschen, die sie eigentlich verraten haben. Diese tiefgründige, mutige Figur wirkt authentisch und ermöglicht es dem Leser, jedes Gefühl mit zu erleben, jede Enttäuschung zu begreifen und nicht selten gelangt der Leser an einen Punkt, an dem er denkt: Jetzt ist es vorbei, sie steht nicht mehr auf… In diesen Momenten überrascht Nina Blazon mit spannenden Wendungen, die die Figur weiter reifen lassen.

Im Gegensatz zu Canda wirken die übrigen Figuren zunächst recht blass und oberflächlich. Erst im weiteren Verlauf entwickeln auch sie einen interessanteren Charakter und eine gewisse Tiefe, allerdings kommen sie kaum gegen die starke Persönlichkeit der Protagonistin an.

Die Handlung

Besonders spannend und auch neu an der Handlung des Romans ist der Umgang mit Gaben. Gaben sind besondere Fähigkeiten, die einigen Menschen mitgegeben sind und anderen nicht, wie zum Beispiel ein gutes Gedächtnis, der Umgang mit Zahlen, Schönheit etc. Doch diese Gaben sind anders, als in unserer Realität nicht angeboren oder erlernt. Sie werden den Menschen geschenkt und diese klassifizieren sich in Menschen mit 4, 3, 2 oder einer Gabe und den Barbaren. Hieraus entsteht eine Klassengesellschaft, die zu Candas wichtigstem Gegner wird. Die Autorin eröffnet hier interessante neue Möglichkeiten und Perspektiven und mit Hilfe einiger fantastischer Legenden rundet sie die sonst recht moderne Erzählung ab.

Natürlich geht es nicht nur um den Kampf gegen die Klassengesellschaft und die Sklaverei, auch die Liebe kommt in der packenden Geschichte nicht zu kurz. Ist Canda zuerst in ihren Schwarm Tian verliebt, dem sie folgt und an dessen Unschuld sie bis zum Ende glaubt, so ändern sich ihre Gefühle bald. Sie bemerkt, dass ihr geheimnisvoller Führer, der Sklave der Herrscher Zweiheit, in ihre neue Gefühle weckt. Aber erst als ihr Geliebter sie endgültig verrät gelingt es Canda, sich ihre Liebe einzugestehen und zu diesem Zeitpunkt ist es beinahe zu spät.

Bewertung

Große Gefühle, eine authentische Protagonistin mit Herz und eine interessante neue Welt machen den Jugendroman „Der dunkle Kuss der Sterne“ zu einem wunderschönen Leseerlebnis. Er rührt zu Tränen und fesselt vor Spannung! Nur die Lektoren hätten sich beim Korrekturlesen ein wenig mehr Mühe geben können, daher vergibt Testingbooks 9,5 von 10 Punkten.

Weitere infos

Nina Blazon las schon als Jugendliche mit Begeisterung Fantasy-Literatur. Selbst zu schreiben begann sie während ihres Germanistik-Studiums – Theaterstücke und Kurzgeschichten – bevor sie den Fantasy-Jugendroman „Im Bann des Fluchträgers“ schrieb, der 2003 mit dem Wolfgang-Hohlbein-Preis und 2004 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet wurde. Seither haben Nina Blazons Bücher zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

14.04.2014 © Jasmin

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