Rezension: Madison Mayfield – Die Augen des Bösen

buch-cover-madison-mayfield-die-augen-des-boesen„Spannender Lesespaß für Thriller- und Geschichtsfans, wobei die Emotionen natürlich auch nicht zu kurz kommen.“

(Jasmin, Testingbooks)

9,0 / 10 Punkte

Jugendroman/Thriller, Autor: Rainer M. Schröder, Hardcover mit Schutzumschlag, ab 12 Jahren, 512 Seiten, CBJ Verlag, Erscheinungstermin: November 2014.

Inhalt

London, 1890. Die 17-jährige Madison Mayfield lebt bei ihrem Onkel und ihrer Tante in einem pompösen Stadtpalais, nachdem ihre Eltern vor zweieinhalb Jahren bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen sind. Sie selbst hat diesen Unfall nur knapp überlebt, und seitdem wird sie in regelmäßigen Abständen von anfallartigen Visionen heimgesucht: Völlig herausgerissen aus dem Hier und Jetzt erlebt sie schreckliche Verbrechen hautnah mit. Allerdings kann sie immer nur die Opfer, nie den Täter erkennen. Mit aller Kraft kämpft Madison gegen diese Visionen an – bis sie eines Tages mit einem Zeitungsartikel konfrontiert wird, in dem einer der Morde, die sie vor Augen hatte, geschildert wird. Wie kann das sein?

Der Schauplatz des Jugendromans

DIGITAL CAMERADie Geschichte von Madison Mayfield spielt in London und an einigen historischen Plätzen dieser Metropole. Rainer M. Schröder gelingt hier eine sehr atmosphärische Beschreibung der einzelnen Szenen und zieht den Leser hinein in das Stadtleben im Jahre 1890. Besonders gut ist ihm hierbei die Darstellung von Bedlam gelungen, der Irrenanstalt dieser Zeit.

Die Figuren

Aus der Perspektive der 17-jährigen Romanheldin Madison, von ihren bösartigen Cousinen auch „mad Maddie“ genannt, lernt der Leser zunächst die Schrecken von Bedlam kennen, der Anstalt die zu dieser Zeit in London den Verrückten und Wahnsinnigen eine Heimat und eine äußerst fragwürdige Behandlung gab. Dies ist auch der Grund, warum der Leser sofort mit der jungen Protagonistin mitfühlen kann und ihre Schrecken ebenso wie den Wunsch der Anstalt zu entfliehen schnell nachvollziehen kann. Das Gefühl der Einsamkeit wird dabei mehrfach greifbar und zum zentralen emotionalen Thema.

Madison ist natürlich kein normales Mädchen, sonst wäre sie wohl auch kaum in der Anstalt gelandet. Die schrecklichen Visionen, von ihr nur „Die Augen des Bösen“ genannt, lassen sie schreckliche Geschehnisse sehen. Morde, in denen sie immer nur die Opfer und niemals den Mörder erkennt, spielen sich vor ihren Augen ab. Es dauert eine ganze Weile, bis Madison begreift, dass es sich hierbei nicht nur um Hirngespinste handelt.

Viel fesselnder als diese Visionen jedoch ist der Beginn einer zärtlichen Beziehung zwischen Madison und ihrer Zofe Leona. Sehr einfühlsam berichtet Rainer M. Schröder hier über die ersten Annäherungen der beiden Figuren, ohne sie dabei zu verurteilen oder ins lächerliche zu ziehen. Vielmehr zeigt der Autor in seiner Erzählung eine eindeutig offene Haltung, vor allem da er Madison zu einer Freidenkerin macht, die keine Bedenken hat ihre gleichgeschlechtliche Liebe auszuleben. Diese Tatsache betont der Autor aber in paar Mal zu oft, so dass es ein wenig aufgezwungen wirkt.

Die Handlung

Natürlich sind furchtbare Morde nicht der einzige Handlungsstrang der Geschichte. Wie immer versteht es Rainer M. Schröder unterschiedlichste Themen zu kombinieren und zu einem Ganzen zusammen zu fügen. So findet ebenso wie die Verfolgung des Mörders auch das Aschenputtel-Thema seinen Platz. Zudem verfolgt Madison ein uraltes Geheimnis der Stadtvilla, welches aus der Verfolgung der Christen resultiert und zusätzlich zu Spannungen führt.

Die Beziehung von Leona und Madison führt zudem zu einer der interessantesten Wendungen der Geschichte, denn auch Leona hat ihre Geheimnisse, die teilweise noch ungeheuerlicher sind als jene der jungen Madison. Die Lüftung dieser Geheimnisse kommt allerdings etwas abrupt und führt kurzzeitig dazu, dass der Leser sich fragt ob eine solche Wendung wirklich notwendig war.

Bewertung

Mit „Madison Mayfield – Die Augen des Bösen“ gelingt Rainer M. Schröder erneut ein spannender und temporeicher Jugendroman voller Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen. Gleichzeitig entführt der Autor den Leser eindrucksvoll in das London des 19. Jahrhunderts und gibt dabei interessantes Geschichtswissen weiter, ohne belehrend zu klingen.

Kleine Schwächen des Romans ergeben sich aus den vielen Motiven und Handlungen sowie aus einigen sprachlichen Mängeln. Hier hätte das Lektorat ein wenig genauer arbeiten müssen, um doppelte Wörter innerhalb eines Satzes und etwas verfälscht klingende Redewendungen zu vermeiden. Insgesamt handelt es sich aber auch im sprachlichen Sinne um ein flüssiges und gutes Werk.

Aufgrund der oben genannten Kriterien erhält „Madison Mayfield – Die Augen des Bösen“ von Testingbooks 9,0 von 10 Punkten: Spannender Lesespaß für Thriller- und Geschichtsfans, wobei die Emotionen natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Weitere Infos

  • Rainer M. Schröder ist einer der profiliertesten deutschsprachigen Jugendbuchautoren. Mit seinen bis ins kleinste Detail exakt recherchierten und spannend erzählten historischen Jugendromanen begeistert er seit mehr als zehn Jahren seine Leserschaft.
  • Nach dem Ende des Romans zu schließen: „Fortsetzung folgt“ 🙂

19.01.2015 © Jasmin

Advertisements

Ein Gedanke zu “Rezension: Madison Mayfield – Die Augen des Bösen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s