Rezension: Herz aus Glas

Buch-Cover-herz-aus-Glas„Stimmungsvoller Jugendroman mit Gänsehaut-Potential.“

(Jasmin, Testingbooks)

8,5 / 10 Punkte

Thriller, Autorin: Kathrin Lange, Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, ab 14 Jahren, Arena Verlag, Erscheinungstermin: Januar 2014.

Inhalt

Juli ist wenig begeistert, als ihr Vater vorschlägt, die Winterferien auf Martha’s Vineyard zu verbringen. Auf der Insel trifft sie David, dessen Freundin kürzlich bei einem Sturz von den Klippen ums Leben gekommen ist. Obwohl er ihr mit abweisender Kälte begegnet, fühlt Juli sich sofort zu dem gutaussehenden Jungen hingezogen. Doch dann erfährt sie von einem jahrhundertealten Fluch, der für den Tod weiterer Mädchen verantwortlich sein soll. Eine geisterhafte Stimme beginnt, ihr Warnungen zu zuflüstern und bald weiß Juli nicht mehr, was Realität ist und was Traum. Als sie sich schließlich auch noch in David verliebt, gerät sie in tödliche Gefahr.

Sorrow – Der Schauplatz des Thrillers

Der Jugendroman „Herz aus Glas“ von Kathrin Lange beginnt auf dem geheimnisvollen und altehrwürdigen Anwesen Sorrow, was übersetzt Trauer bedeutet und ein zentrales Motiv der Geschichte wird. In diesem spannenden Jugendthriller behandelt die Autorin nicht nur das Thema Liebe, sondern auch paranormale, spannende und detektivische Elemente, so dass eine genaue Genre-Zuordnung teilweise schwerfällt. Der Titel „Herz aus Glas“ wird von der Autorin zu Beginn des Buchs mehrfach angesprochen. Dies erweckt den Eindruck, sie wolle den Titel durch mehrfache Erwähnung erklären und begründen. Eine solche Anhäufung wirkt ein bisschen aufdringlich und ist zudem unnötig, denn das gläserne Herz findet der Leser auch ohne den Wink mit dem Zaunpfahl.

Juli(ane) und David(e)

Die beiden Hauptfiguren begegnen sich zum ersten Mal auf dem alten und unheimlichen Anwesen. Das Mädchen Juli ist dort, um dem selbstmordgefährdeten und trauernden David zu helfen und ihn aus seiner Depression zu holen. Aus diesem Grund bilden die beiden Figuren einen starken Kontrast zueinander. Die emotionale, aufgeweckte Protagonistin trifft auf einen introvertierten, scheinbar gefühlskalten jungen Mann, der gerade seine Verlobte verloren hat und diese nun betrauert. Im Verlauf der Geschichte bleibt dieses ungleiche Verhältnis weitgehend bestehen: Während David seine Gefühle weitgehend verbirgt, dringen diese bei Juli immer wieder an die Oberfläche. Eine wirkliche Entwicklung der Charaktere findet erst zum Ende der Geschichte statt, wenn auch David sich zu seinen Emotionen bekennt und diese nach außen trägt.

Die Handlung – mystisch, kriminalistisch und spannend

Die Handlung des Romans beginnt gespenstisch und unheimlich. Zunächst hat der Leser das Gefühl, in eine Art Geistergeschichte hineingezogen zu werden. Anfangs ist dies durchaus interessant und erzeugt eine Gänsehaut, da es sich um einen Inselfluch handelt, der sich dem Leser erst Stück für Stück erschließt. Leider ist die Auflösung dieses Handlungsstrangs, also die inhaltliche Erklärung des Fluchs, am Ende etwas seicht und daher auch enttäuschend. Hier hätte man mehr Details ausarbeiten können, um die Spannung zu steigern.

Doch nicht nur das Paranormale ist Thema der Erzählung. Auch kriminalistische Motive werden hier dargestellt. So erforscht Juli, um David helfen zu können, die Vergangenheit und versucht alles über seine tote Verlobte Charlie zu erfahren. Über dieses zauberhafte, liebenswerte Mädchen, dass alle in ihrer Umgebung in den Schatten stellte. Diese Nachforschungen gestalten sich für den Leser äußerst interessant, besonders weil das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht.

Ähnlich überraschend ist auch der erste Höhepunkt der Geschichte. Hier lässt Kathrin Lange die merkwürdigen Phänomene, die den Protagonisten innerhalb der Geschichte widerfahren, scheinbar aufklären, indem sie einen Schuldigen definiert und so für alles Übernatürliche eine rationale Erklärung vortäuscht. Doch auf diesen überraschenden Wendepunkt folgt ein weiterer, der zuvor gewonnene Erkenntnisse wieder revidiert. Leider ist dieses Finale aber durch den ersten Wendepunkt sehr vorhersehbar und trägt nicht positiv zum Romangeschehen bei.

Bewertung

Die Ausarbeitung der Romanfiguren erfolgte, wie zu Beginn erwähnt, leider etwas klischeehaft. Diese Klischees tauchen leider auch bei den Nebenfiguren auf, was den Roman teilweise sehr vorhersehbar macht. Dennoch schafft es Kathrin Lange mit „Herz aus Glas“ den Leser zu fesseln. Mit den stimmungsvollen Bilder des Anwesens, der Klippen und dem rauen Monat Dezember gelingt es ihr, die Emotionen der Figuren auch auf den Leser zu übertragen. Daher vergibt Testingbooks 8,5 von 10 Punkten.

Weitere Infosbuch-cover-herz-in-scherben

  • „Herz aus Glas“ bildet den Auftakt einer Mistery-Thriller Trilogie
  • Kathrin Lange, geboren 1969, arbeitete als Verlagsbuchhändlerin und Mediendesignerin, bevor sie 2005 das Schreiben zu ihrem Beruf machte. Seither ist sie für ihre historischen Romane und Jugendthriller bekannt.

31.03.2014 © Jasmin

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