Rezension: Die vergessene Kammer

Buch-Cover-die-vergessene-kammer„Obwohl die vergessene Kammer wenig Raum in dem gleichnamigen Roman einnimmt und es sich eher um eine wenig fantastische Darstellung zweier Personen handelt, die sich um ein Bauwerk gruppiert bietet dieser Roman einige Spannung und interessante Inhalte – nicht unbedingt das, was Fantasy-Fans unter diesem Titel erwarten.“

(Jasmin, Testingbooks)

6,0 / 10 Punkte

Fantasy, Autorin: Catherine Fisher, Taschenbuch, 320 Seiten, Blanvalet Taschenbuch Verlag, Erscheinungstermin: Januar 2015.

Inhalt

Klappentext des Buches (von Blanvalet erstellt): Zac ist Lehrling bei dem berühmten Baumeister Jonathan Forrest. Einem Mann, der ebenso besessen ist von den Mysterien der Druiden wie von seiner kühnen architektonischen Vision. Doch Forrests Vorhaben, eine gigantische spiralförmige Straße namens King’s Circus zu bauen, scheitert. Und da erkennt Zac, dass die wahre Leidenschaft seines Meisters gar nicht der Straße gilt, sondern einer Kammer, die Forrest im Herzen des King’s Circus einbauen will – um darin ein Geheimnis zu verbergen. Doch welches Geheimnis könnte einen solchen Aufwand wert sein?

Ich habe hier den Klappentext den der Verlag für diese Geschichte gewählt hat ausdrücklich gekennzeichnet, da dieser unzutreffend ist! Eine spiralförmige Straße gibt es nicht, ebenso wenig scheitert der Bau des King’s Circus…

Inhaltlich beschreibt der Roman aus der Sicht zweier Protagonisten das Leben in verschiedenen Zeiten, möglicherweise auch Welten. Dieses Leben ist eng mit dem King’s Circus und dessen Entstehung verknüpft, um dessen Bau es in der vergangenen Welt geht. Tatsächlich handelt der Roman auch von einer geheimen Kammer, was es jedoch damit auf sich hat solltet Ihr selbst herausfinden…

Der Schauplatz des Fantasy-Romans

Ort der Handlung von „Die geheime Kammer“ ist der King’s Circus in Bath, Somerset, England, um dessen Bau und Nutzung es auch in der Etzählung geht. Hierfür werden die Gebäude und die architektonischen Besonderheiten sehr genau beschrieben. Grünanlagen, Umgebung und Straßenführung werden ebenfalls dargestellt. Zum einen in den Plänen des Architekten und zum anderen im realen Leben unter der Beobachtung der Protagonistin findet diese Beschreibung statt.

Der Leser erhält einen sehr detaillierten Einblick in die Gebäudestruktur der gesamten Stadt und gerade in der Vergangenheit wird dadurch eine sehr interessante Atmosphäre geschaffen. Nicht nur die Position und das Aussehen der Gebäude spielen nämlich eine Rolle, sondern auch deren Nutzung, deren Geruch und die Menschen, die sich zwischen ihnen bewegen.

Die einzige Verknüpfung der beiden Welten findet sich am Ende des Romans in eben jener vergessenen Kammer, in der auch das einzige wirklich fantastische Element vorkommt: Eine Nachricht von der Zukunft in die Vergangenheit gesendet.

Die Figuren

Zum einen steht die Figur Sulis, ein beinahe 18-jähriges Mädchen in der heutigen Zeit im Mittelpunkt und zum anderen beschreibt die Autorin das Leben des Lehrlings Zaccharias Stoke im 18. Jahrhundert.

Die junge Sulis ist auf der Flucht, bereits ihr ganze Leben lang. Seit dem tragischen Tod ihrer besten Freundin wird sie von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht und lebt, jedenfalls glaubt sie das, unter falschem Namen im Zeugenschutzprogramm. Ihre Geschichte, ein unheimlicher Verfolger und ihre bruchstückhaften Erinnerungen machen zu großen Teilen die Spannung des Romans aus. Allerdings ist, außer der örtlichen Verbindung, kein richtiger Zusammenhang zwischen ihr und Zaccharias Stoke zu finden.

Zaccharias, genannt Zac, lebt im 18. Jahrhundert und ist Lehrling des größten Architekten seiner Zeit. Allerdings ist er ein ehrgeiziger, aufstrebender Mann mit großen Schulden, der in seinem Aufwärtsstreben nicht selten auch seinen Meister benachteiligt und hintergeht. Seine Geschichte, für sich genommen, ist leider recht vorhersehbar und bietet wenig Potential. Der von der Druidenlehre besessene Architekt plant sein grosses Bauwerk, wird von Zac hintergangen und alles Weitere ist recht überschaubar.

Handlung

Wie bereits aus der Beschreibung der Figuren ersichtlich, gibt es zwei komplett voneinander getrennte Handlungsstränge. Während sich die Handlung im hier und jetzt um Sulis und ihre Flucht vor einem unheimlichen Verfolger dreht, ist die Handlung der Vergangenheit wesentlich komplexer.

Zac ist, als gelehrter eines berühmten Architekten, direkt an dem Bau des King’s Circus beteiligt. Er erlebt die Planung mit, den Bau und die Intrigen die gegen seinen genialen Meister gesponnen werden. Aufgrund seines eigenen Ehrgeizes gerät er mitten hinein in diese dunklen Machenschaften und droht am Ende beinahe selbst das Werk seines Meisters zum Scheitern zu verurteilen.

Bewertung

Catherine Fisher gilt als die neuer Stern unter den Fantasy-Autoren und wird auch auf dem Buchrücken des neuen Fantasy-Romans „Die vergessene Kammer“ als solcher angepriesen. Hier muss ich leider anmerken, dass dieses neue Werk meine Erwartungen an großartige, epische Fantasy nicht erfüllen kann. Die 320 Seiten des recht schmalen Taschenbuchs enthalten zwar eine spannende Handlung, haben aber kaum fantastisches zu bieten. Genauer gesagt findet sich das fantastische Element ganz am Ende der Geschichte…

Außerdem möchte ich anmerken, dass die vergessene Kammer wenig Raum in dem gleichnamigen Roman einnimmt. Vielmehr geht es um eine parallele Darstellung zweier Personen, die sich um ein Bauwerk gruppiert. Die Handlungen verlaufen beinahe ohne Bezug zu einander, so wirkt die eine beinahe kriminalistisch während die andere sich mit dem Aufstreben eines jungen Emporkömmlings beschäftigt.

Aus diesen Gründen vergibt Testingbooks trotz der hin und wieder spannenden Geschichte nur 6,0 von 10 Punkten.

Weitere InfosBuch-Cover-Crown-of-Acorns

  • Übersetzung durch Wolfgang Thon
  • Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- und Jugendbücher. Mit Incarceron gelang ihr der internationale Durchbruch
  • Die englische Version erschien unter dem Titel „Crown of Acorns“

04.03.2015 © Jasmin

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