Rezension: Die Feenjägerin

buch-cover-die-feenjaegerin„Steampunk und Fantasy vereint zu einer spannenden Geschichte mit viel Action, aber wenig Tiefe – ein Highlight nur für echte Fans.“

(Jasmin, Testingbooks)

6,5 / 10 Punkte

Fantasy, Elizabeth May, Paperback, 400 Seiten, Heyne Verlag, Erscheinungstermin: Februar 2015.

Inhalt

Ballsaison im Edinburgh des Jahres 1844: Jeden Abend verschwindet die junge und bildschöne Aileana Kameron für ein paar Stunden vom Tanzparkett. Die bessere Gesellschaft zerreißt sich natürlich das Maul über sie, aber niemand ahnt, was die Tochter eines reichen Marquis während ihrer Abwesenheit wirklich tut: Nacht für Nacht jagt sie mithilfe des mysteriösen Kiaran die Kreaturen, die vor einem Jahr ihre Mutter getötet haben – die Feen. Doch deren Welt ist dunkel und tückisch, und schon bald gerät Aileana selbst in tödliche Gefahr…

Mit „Die Feenjägerin“ beginnt Elizabeth May eine neue Fantasy Trilogie die auch mit Steampunk-Elementen aufwartet und so eine mystische Welt zum Schauplatz hat. Den Leser erwartet hier also keine reine Fantasy, sondern auch actionreiche Szenen mit viel technischer Gewalt und merkwürdiger Erfindungen.

Edingburgh – Das Szenario des Fantasy-Spektakels

Schauplatz des Fantasy-Romans ist Edingburgh im Jahre 1844. Obwohl die Stadt in Schottland durchaus real ist, setzt sie sich in dieser Erzählung hauptsächlich aus fantastischen Elementen zusammen. So gibt es die Feen der Legenden wirklich und sie beeinflussen die gelebte Wirklichkeit der Romanfiguren. Zusätzlich entwirft die Autorin eine technische Umwelt, die ebenfalls fantastisch anmutet. So gibt es automatisierte Teespender, so genannte Ornithopter (Flugmaschinen mit Flügeln) und alle möglichen Variationen von Mechanismen die das Leben der Menschen in der Romanwelt vereinfachen. Hier wird also die Welt der Fantasy durch Steampunk unterbrochen. Leider wirkt diese Unterbrechung nur sehr nebensächlich, de Geräte wirken selbstverständlich und werden kaum beschrieben. Hier hätte Elizabeth May sich ein bisschen mehr ums Detail bemühen können um die Geschichte anschaulicher zu illustrieren.

Die Figur der Feenjägerin

Die Hauptfigur der Erzählung ist Aileana Kameron, die nach dem Tod ihrer Mutter die bösartigen Feen bekämpft. Getrieben wird sie dabei hauptsächlich von den Gefühlen Wut und Hass. Für weitere Gefühle hat die Protagonistin kaum Platz, so dass alle übrigen Emotionen wie Liebe, Freundschaft und Glück weitgehend auf der Strecke bleiben. In sich wirkt die Figur dadurch zwar nicht immer sympathische, aber dafür authentisch. Die Erinnerungen an den Mord an ihrer Mutter geben der rachsüchtigen Aileanna zudem etwas Menschlichkeit und lassen sie auch verwundbar wirken. Insgesamt eine gelungene Protagonistin, die sich zeitweise etwas zu sehr auf ein Gefühl fokussiert.

Die übrigen menschlichen Figuren sind im Gegensatz zu Aileana relativ schwach beschrieben. Ihre beste Freundin ist ihr gegenüber zwar loyal und scheinbar eine gute Freundin, wirkt im allgemeinen jedoch ziemlich hohl.

Mit Gavin wird ein menschlicher, männlicher Protagonist eingeführt. Er scheint allerdings nur eine Funktion zu haben: Aileana im menschlichen Leben zu verankern und ihr vor Augen zu führen, um wie viel besser der wunderbare Kiaran ist.

Kiaran, die Fee welche Aileana ausbildet, ist strahlend schön, gebildet und übermenschlich stark. Gleichzeitig lässt die Autorin aber auch immer wieder menschliche Gefühle in dieser Figur aufblitzen. Dies erscheint hin und wieder etwas klischeehaft und nimmt dem Charakter manchmal die Strahlkraft.

Die übrigen Nebenfiguren, Feen sowie Menschen, sind eher oberflächlich dargestellt. Dafür befindet sich am Ende des Fantasy-Romans ein Verzeichnis der vorkommenden Feen. Ob dies hilfreich ist oder nicht, sollte jeder Leser für sich entscheiden.

Die Handlung

Die Handlung des Fantasy-Buchs dreht sich zunächst allein um Aileanas Rache. Sie trainiert hart und verfolgt zugleich die Bewegung der mörderischen Fee, um bei einem Zusammentreffen bestens vorbereitet zu sein. Aus zunächst unerfindlichen Gründen unterstützt die mächtige Fee Kiaran sie bei ihrem Vorhaben. Natürlich bleibt dies nicht das einzige Thema der Handlung. Abgesehen von menschlichen Zwängen und Pflichten, spielt auch ein großes Geheimnis eine Rolle.

Aileana ist nicht nur allein für ihre Rache ausgebildet worden, es steht ihr eine viel größere Schlacht bevor, die in diesem ersten Band ihren Anfang nimmt. Leider endet dieser Beginn viel zu abrupt.

Bewertung

Elizabeth May gelingt mit „Die Feenjägerin“ ein recht guter Start für eine neue Trilogie. Das erste Buch ist spannend und in manchen Momenten auch fesselnd. Hin und wieder nehmen aber die Klischees, z.B. der übermächtigen und göttergleichen Fee und der tumben, blonden Freundin, ein wenig die Überhand.

Gleichzeitig beinhaltet die Geschichte nicht nur fantastische Elemente sondern lässt sich auch im Bereich Steampunk anordnen. Hier handelt es sich ganz offensichtlich um eine Geschmacksfrage.

Abschließend ist festzustellen, dass Elizabeth May in ihrem Roman „Die Feenjägerin“ Steampunk und Fantasy vereint zu einer spannenden Geschichte mit viel Action, aber wenig Tiefe – ein Highlight nur für echte Fans. Daher vergibt Testingbooks hier 6,5 von 10 Punkte.

Weitere Infosbuch-cover-the-falconer

  • Originaltitel: The Falconer-Trilogy Book 1, Originalverlag: Gollancz
  • Aus dem Amerikanischen von Kathrin Wolf
  • Elizabeth May wurde in Kalifornien geboren und zog später nach Schottland. Sie studierte Anthropologie an der Universität von St. Andrews und schreibt derzeit an ihrer Doktorarbeit. Wenn sie sich nicht gerade der Wissenschaft widmet, stürzt sie sich mit Begeisterung in fantastische Welten.

12.04.2015 © Jasmin


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Ein Gedanke zu “Rezension: Die Feenjägerin

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