Rezension: Das Licht von Aurora – Band 1

buch-cover-das-licht-von-aurora„Interessanter Auftakt einer neuen Romanreihe zur Multiversentheorie – ansatzweise spannend und ausbaufähig.“

(Jasmin, Testingbooks)

7,0 / 10 Punkte

Fantasy/Jugendroman, Autorin: Anna Jazarb, Hardcover mit Schutzumschlag, ab 12 Jahren, 448 Seiten, Löwe Verlag, Erscheinungstermin: Juni 2015.

Inhalt

Schon immer wollte die 16-jährige Sasha in die Rolle ihrer liebsten Romanheldinnen schlüpfen und Abenteuer in fernen Welten erleben. Nicht ahnend, dass die Geschichten ihres Großvaters über Parallelwelten tatsächlich wahr sind, landet sie plötzlich unfreiwillig in Aurora – einer modernen Monarchie. Neben einem Leben am Hofe erwartet Sasha hier auch die ganz große Liebe. Doch Palastintrigen und Verrat drohen ihre Träume zu zerstören…

Die Multiversen des Romans

Der Jugendroman „Das Licht von Aurora“ spielt zum einen relativ unspektakulär zur heutigen Zeit auf der Erde und zum Anderen in Aurora, einer Parallelwelt. Die Autorin xyz stützt sich hierbei auf die physikalische Theorie der Multiversen, der Existenz unterschiedlicher Welten nebeneinander, die in unterschiedlichen Graden voneinander abweichen. Alles in allem eine Theorie die bereits in Jugendromanen von Josephine Angelini und Rainer Wekwerth thematisiert wurde. Definitiv eine faszinierende und spannungsvolle Grundlage für fantasievolle Jugendbücher. Anna Jazarb verwendet nun diese Theorie, um die Protagonistin in eine der Erde nicht ganz unähnliche Welt zu entführen. In Aurora sind technische Entwicklungen mindestens auf dem gleichen Niveau wie auf der Erde und abgesehen von der dort herrschenden Monarchie und der Staatenaufteilung wirkt das neue Universum wenig spektakulär. Es bietet lediglich die Möglichkeit eine romantische Geschichte zwischen Adligen und Bediensteten und eine Revolution zum Thema zu machen.

Die Figuren des Romans

Die Hauptfigur Sasha, eigentlich Alexandra (wen es interessiert: Sasha ist ein typischer Spitzname für Alexandra), ist mal wieder ein stinknormales Teenager-Mädchen, welches abgesehen von dem frühen Verlust ihrer Eltern nur wenige Besonderheiten aufweist. Ausgerechnet sie ist nun aber der Analog der Prinzessin von Aurora und somit Mittelpunkt der Geschichte. Wer das Buch liest erhält hier schnell den Eindruck, dass Sasha wenig Eigencharakter besitzt. Sie wirkt ein wenig wie ein Fähnlein im Wind, dass ständig seine Meinung ändert. Natürlich immer im Sinne der Autorin. Sie scheint auch nicht besonders clever oder zumindest himmelschreiend naiv zu sein, denn dass der absolute Klassenheld Grant plötzlich auf sie abfährt scheint sie kaum zu irritieren. Grant ist nämlich der Analog (also Doppelgänger) eines wichtigen Agenten aus Aurora: Thomas. Und eigentlich fährt auch nicht Grant auf sie ab, sondern Thomas, der den Auftrag hat sie zu entführen. Die Beziehungen und Verwicklungen der Figuren hier wiederzugeben würde etwas zu weit führen, deshalb möchte ich hier zunächst nur auf den Aufbau und die Entwicklung der Charaktere eingehen: Die Charaktere entwickeln sich grundsätzlich nicht. Die Prinzessin bleibt egoistisch und selbstgerecht, Thomas mutig, selbstlos und verliebt und Sasha macht sowieso alles, was die Autorin auch tun würde. Die Figuren an sich sind in sich schlüssig, aber hin und wieder in ihrer Beschränktheit auch anstrengend. Positiv sticht vor allem Prinz Callum aus diesem stereotypen Drama hervor.

Die Handlung

Trotz der zugrundeliegenden Komplexität der Multiversentheorie ist die Handlung zunächst recht einfach gestrickt: Sasha wird entführt um den Platz der Prinzessin einzunehmen und von diesem Moment an dreht sich alles darum, wie sie ihre Aufgabe als Doppelgängerin erfüllt und schnellstmöglich nach Hause kommt. Zudem verliebt sie sich in ihren Entführer, ist frech und zurückhaltend, deckt Verschwörungen auf und tut alles, was eine Romanheldin eben so tut. Insgesamt birgt die Geschichte durchaus Spannungspotential und beim unreflektierten Lesen macht sie sicherlich auch Spass.

Bewertung

Mit „Das Licht von Aurora“ startet Anna Jazarb ihre erste Romanreihe und macht die Multiversentheorie sowie eine Liebesgeschichte zum Hauptthema. Die Handlung an sich birgt durchaus einiges Potential, ist in Ansätzen spannend, fantasievoll und an einigen Stellen auch fesselnd.

Leider ist die stereotype Darstellung der Figuren sowie die schwache Hauptfigur nicht allzu positiv zu bewerten. Die Entwicklung der Figuren lässt generell sehr zu wünschen übrig und hier wäre noch einige Arbeit nötig gewesen um den Auftaktroman spannender zu gestalten.

Aus den oben genannten Gründe kann ich trotz der gute Idee und des stimmungsvollen Covers dem Jugendroman von Anna Jazarb nur 7,0 von 10 Punkten geben und hoffe, dass sie sich in der Fortsetzung steigern kann.

Weitere Infos

  • Aus dem Amerikanischen übersetzt von Ulrike Brauns, Birgit Pfaffinger
  • Anna Jarzab wuchs in einem Vorort von Chicago und dann in Gegend von San Francisco East Bay auf. Sie studierte an der Santa Clara University Englisch und Politikwissenschaft und machte danach ihren Master an der University of Chicago in Literatur und Kreativem Schreiben. Zurzeit lebt sie in New York City

02.08.2015 (C) Jasmin


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2 Gedanken zu “Rezension: Das Licht von Aurora – Band 1

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