Rezension: Das Juwel – Die Gabe

buch-cover-das-juwel-die-gabe„Großartiger Auftakt einer neuen Jugendromanreihe – emotional, spannend, fesselnd und unterhaltsam!“

(Jasmin, Testingbooks)

9,5 / 10 Punkte

Jugendroman, Autorin: Amy Ewing, Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten, FJB, Erscheinungstermin: August 2015.

Inhalt

Violet lebt in Armut, aber sie hat
eine besondere Gabe.
Eine Gabe, die ihre Chance und ihr Fluch zugleich ist …
Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken.
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen?
Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel.

Das Juwel

Die Welt des Romans ist eine kleine Insel, abgeschottet von der Welt und eingeschlossen von dem großen und wilden Meer. Jedoch spielt dieser Umstand nur eine untergeordnete Rolle, viel wichtiger ist der Aufbau der kleinen Stadt, der Lebenswelt der Insel. Da sind die fünf Ringe, die die Insel aufteilen und ihre Bewohner klassifizieren. Da ist der Sumpf, der Ort an dem die ärmsten Menschen leben. Der Schlot, in dem die Fabriken für schlechte Luft sorgen und die Bewohner des Sumpfes ihre Anstellung finden. Sofern sie nicht dort Anstellung finde, so arbeiten sie in den Farmen. Auf diese äußeren Ringe folgt die Bank, der etwas prunkvollere Bezirk, in dem die gut betuchten Familien hausen. Das Zentrum der Insel bildet das Juwel, die Wohnstatt des Adels und der Palast des Fürsten und der Fürstin…

Auch wenn die Welt wenig einfallsreich beschrieben wirkt, so ist sie doch mit viel Liebe zum Detail dargestellt und bildet die perfekte Grundlage für Amy Ewings Geschichte. Aufgrund dieser Tatsache möchte ich auch über manche Oberflächlichkeiten hinweg sehen und bemerken: Ein wunderbares Szenario für einen spannenden Jugendroman!

Violet und die übrigen Figuren des Romans

Die Protagonistin der Geschichte wächst im Sumpf auf, im Armenring der Insel. Trotz der schlechten Lebensumstände ist sie dort glücklich und so trifft es sie schwer, als bei ihr mit 12 Jahren die Gabe festgestellt wird und sie in eine der Verwahranstalten gebracht wird. Dort soll sie ihre Fähigkeiten entwickeln und darauf vorbereitet werden, bald als Surrogat (Leihmutter) für eine reiche und möglicherweise adlige Familie zu dienen.

Zunächst scheint Violet sich mit ihrem Schicksal abzufinden. Sie ist verängstigt, hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben und versucht deshalb, das beste aus ihrer Situation zu machen. Im Verlauf der Geschichte wandelt sich ihr Charakter allerdings und sie wird zu einer selbstbewussten und tatkräftigen Hauptfigur.

Die übrigen Figuren des Romans, die sich zunächst nur wenig hervorheben, sind ebenfalls sehr angenehm beschrieben. Auch ihre Charaktere verändern und entwickeln sich. So wird Raven, Violets mutige und starke Freundin, mit jedem Tag im Juwel schwächer und droht an ihrer schrecklichen Herrin zu zerbrechen. Violets Herrin und zu Beginn die absolute Antagonistin des Romans, die Herrin vom See, besitzt nicht nur oberflächliche Bosheit, auch sie ist durch ihre Vergangenheit gezeichnet und zu Emotionen fähig.

Mit Ash, dem männlichen Protagonisten der Geschichte, gelingt es der Autorin zudem eine sehr authentische männliche Figur geschaffen, die nicht nur gut aussieht und einfach „umwerfend“ ist, sondern auch einiges zu bieten hat. Eine große Überraschung hält auch der Charakter Garnet bereit, die ich hier aber noch nicht verraten will…

Alles in allem eine sehr gelungene Figurenkonstellation und Darstellung. Lediglich die Namensgebung störte mich zu Beginn, weil sie einfach zu offensichtlich vorgenommen wurde. So sind die Damen des Juwels natürlich nach wertvollem Schmuck benannt und die Figuren des Sumpfs mit Namen wie Ocker, Raven, Crow, Hazel und Violet entsprechen eher natürlicheren Gegenständen.

Die Handlung

Englisches-cover-the-jewelFaszinierend und spannend und am liebsten hätte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand gegeben! Hier muss ich einmal ausdrücklich loben, weil ich seit Langem mal wieder richtig gefesselt war:

Mit Violet, die sich zunächst in ihr Schicksal fügt und schließlich aufbegehrt und zum Schluss nicht mehr nur sich selbst, sondern auch die übrigen Surrogate retten will, ist Amy Ewing eine wichtige Triebkraft des Romans gelungen. Das Leben im Juwel, die Grausamkeiten der Adligen und das schreckliche Leben in der Leibeigenschaft werden dem Leser eindrucksvoll und berührend vermittelt. Die Spannung, die sich durch Violets wirken aufbaut, lässt in der ganzen Geschichte nicht nach und mit jeder Seite steigt sie sogar noch an.

Hoffentlich erscheint die Fortsetzung bald!

Bewertung

Mit „Das Juwel – Die Gabe“ ist Amy Ewing ein wunderbares Jugendbuch gelungen. Emotional, spannend und faszinierend berichtet die Autorin aus dem Leben der jungen Violet und zeigt so eindrucksvoll die schrecklichen Facetten der Sklaverei. Zudem entwickelt sie in ihren Charakteren besondere und authentische Persönlichkeiten, die Lust auf mehr machen!

Aufgrund der bereits erwähnten Vorzüge des Buches und dem wunderschönen Cover würde ich eigentlich gerne die volle Punktzahl geben. Leider hat mich die Benennung der Personen hin und wieder jedoch gestört und im Lesefluss gestört, weil ich innerlich die Augen verdrehen musste. Ich bin mir sicher, hier scheiden sich die Geister und es ist sicher auch eine Geschmacksfrage. Daher möchte ich diese großartigen Jugendbuch 9,5 von 10 Punkten geben und hoffe auf die baldige Fortsetzung!

Weitere Infosenglisches-buchcover-the-white-rose

  • AMY EWING ist in einer Kleinstadt in der Nähe von Boston aufgewachsen und hat in New York Kreatives Schreiben studiert. Die Autorin wohnt im New Yorker Stadtteil Harlem und verbringt ihre Zeit mit Schreiben, Käse essen und gelegentlichem Schauen von »Vampire Diaries«-Folgen
  • Übersetzung aus dem Amerikanischen durch Andrea Fischer

18.07.2015 © Jasmin


Zu „Das Juwel – Die Gabe“ bei amazon.

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5 Gedanken zu “Rezension: Das Juwel – Die Gabe

  1. Pingback: testingbooks
  2. Hey 🙂

    Ich habe dieses Buch auch erst vor kurzem auf Englisch gelesen und fand es bis zur Mitte eigentlich sehr spannend. Bei der Liebesgeschichte hat die Autorin es dann allerdings in meinen Augen ziemlich verbockt. Nicht nur dass sich Violet Hals über Kopf in Ash verlieben „darf“ (Mir fehlt hier einfach eine Entwicklung, die das glaubwürdig macht), die Protagonistin verhält sich auch zunehmend leichtsinnig und dumm. Schon klar, dass jeder von uns frisch verliebt sich nicht immer vernünftig verhält, aber ein klein wenig mehr Grips hätte ich ihr da schon zugetraut …

    Den Cliffhanger gegen Ende fand ich auch ein bisschen komisch, war das überhaupt ein Ende? Es wirkte auf mich eher so, als ob das Buch nur eine bestimmte Seitenzahl bekommen durfte – und dann einfach Schnitt mittendurch.

    Liebe Grüße
    Ascari

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Ascari,
      vielen Dank für deinen Kommentar und die zusätzliche Perspektive auf das Buch. Ich stimme Dir auf jeden Fall zu, dass das Ende des Buchs sehr plötzlich ist und den Lesefluss sehr eindeutig unterbricht! Warum das so ist können wir nur spekulieren…
      Ich freue mich über deine zusätzliche Einschätzung und hoffe, liebe Leser dieses Blogs, dass euch diese zusätzliche Sichtweise hilft das Buch besser einzuschätzen!
      Liebe Grüsse
      Jasmin

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