Rezension: Blütensplitter

Buch Cover Blütensplitter von Zara Kavka

„Ein recht durchschnittlicher Thriller, der mit ein paar spannenden Momenten auftrumpfen kann, meist aber in Klischees verhaftet bleibt.“

(Jasmin, Testingbooks)

7,0 / 10 Punkte

Thriller/Jugendroman, Autorin: Zara Kavka, Taschenbuch, ab 12 Jahre, 256 Seiten, Arena Verlag, Erscheinungstermin: Januar 2015.

Inhalt

Isa ist 17 und die strahlende Siegerin einer Schauspiel-Castingshow: Sie gewinnt eine Hauptrolle in einem Kinofilm. Aber noch in der Finalnacht verschwindet sie und ein Abschiedsbrief taucht auf. Allein Isas Schwester Sophie glaubt nicht an einen Selbstmord. Die Suche nach Isa führt sie in die Welt der Filmstars und -sternchen. Eine Welt voller Intrigen, in der es jede Menge Menschen gibt, die ein Interesse daran hatten, Isa aus dem Weg zu räumen.

Mit dem Jugendthriller „Blütensplitter“ entführt die Autorin Zara Kavka ihre Leser in die glitzernde Welt der Stars und Sternchen und lässt sie teilhaben an Ehrgeiz, Intrigen und Quotenjagd der Figuren. Im Zentrum der Geschichte steht Sophie, die sich eigentlich gerade in Amerika aufhält und die Castingshow an der ihre Schwester teilnimmt nur aus weiter Ferne verfolgen kann. Doch dann passiert etwas Unerwartetes: nicht nur, dass Isa die Show gewinnt, sie verschwindet auch noch spurlos. Für Sophie der Grund sofort zurück in das kleine Städtchen Bamberg zu fliegen.

Der Schauplatz des Thrillers

Im kleinen Städtchen Bamberg ist Hollywood los! Stars und Sternchen, Kamerateams und Paparazzi geben sich die Klinke in die Hand, um alles über die neueste Hollywood-Filmproduktion zu erfahren oder an ihr teilzuhaben.

Sehr einfühlsam beschreibt Zara Kavka die verschlafene Stadt Bamberg, die durch die plötzliche Aufmerksamkeit zu einer kleinen Berühmtheit wird. Mit diesem Ruhm müssen die Stadt und ihre Einwohner allerdings erst noch umgehen lernen und so hat die Hollywood-Produktion auch ihre Schattenseiten. Dieser Zwiespalt zwischen Sensationslust, Weltruhm, Kleinstadttrubel und Traditionen wird von der Autorin hervorragend beschrieben und lässt die Geschichte an einem authentischen Schauplatz stattfinden.

Die Figuren

Die Protagonisten, Sophie und Isa, wechseln sich in den verschiedenen Kapiteln des Buches ab und geben so authentische Einblicke in ihr Gedanken- und Gefühlsleben. Während Sophie aus ihrer Perspektive den Fortgang der Handlung beschreibt, werden von Isa in der Vergangenheit aufgenommene Videosequenzen eingeblendet. Hierdurch lernt der Leser Isa trotz ihrer Abwesenheit besser kennen und versteht so auch Sophies Wunsch, ihre Schwester schnell zu finden. Da die Polizei bald nach Isas Verschwinden einen Abschiedsbrief findet, ist Sophie meist auf sich allein gestellt.

Die Beziehung der beiden Schwestern ist sehr realistisch und emotional dargestellt. Ein Unglücksfall hat die beiden Figuren zusammen geschweißt und sorgt dafür, dass Sophie nicht an einen Selbstmord glauben kann. Hieraus ergibt sich ihre fieberhafte Motivation nach ihrer kleinen Schwester Isa zu suchen.

Die Nebencharaktere des Jugendthrillers sind im Gegensatz zu den Hauptfiguren recht farblos und klischeehaft: Da ist die ehrgeizige Übermutter der Casting-Konkurrentin, die unbedingt ihr eigenes Kind groß raus bringen will. Weiterhin gibt es den unscheinbaren Kabelträger, der für Isa schwärmt und sich mit ihr anfreundet oder den psychotischen Freund, der ebenfalls etwas mit dem Verschwinden zu tun haben könnte…

Die Handlung

Der Thriller handelt im Wesentlichen von Sophies Versuchen ihre Schwester zu finden. Hierbei stellt sich die sympathische Protagonistin gegen den Rest der Welt, da alle übrigen Figuren und sogar die Behörden an einen Selbstmord und nicht an ein Verbrechen glauben. Die eigentliche Machtlosigkeit der Protagonistin und die Notwendigkeit für sie, allein zu arbeiten machen einen Großteil der Spannung aus. Die Geschichte fesselt durch all die Themen, die Sophie nicht weiß, die der Leser aber teilweise bereits erfahren bzw. erahnen kann. Hier helfen z.B. die Videotagebuchsequenzen von Isa, aber auch die Klischees der übrigen Figuren.

Die Bewertung

Abschließend ist festzustellen, dass „Blütensplitter“ durchaus dem gängigen Jugendthriller entspricht: Es gibt einen spannenden Kriminalfall vor einer schillernden Kulisse und eine Protagonistin, der niemand Glauben schenkt. Dieser Aspekt sorgt dafür, dass die Geschichte tatsächlich teilweise fesseln kann.

Letztendlich ist die Lösung des Verbrechens dann aber recht einfach und liegt nach einer gewissen Zeit einfach auf der Hand. Daher erfolgt die Auflösung der Geschichte auch recht abrupt und etwas zu schnell. Innerhalb weniger Seiten ist der Fall gelöst und die beiden Mädchen sind wieder glücklich vereint.

„Blütensplitter“ ist alles in allem ein recht durchschnittlicher Thriller, der mit ein paar spannenden Momenten auftrumpfen kann, meist aber in Klischees verhaftet bleibt. Sei es nun das beschauliche Örtchen Bamberg, welches dem großen Filmtrubel zujubelt oder der arme Junge, der während seiner Schulzeit gemobbt wurde. Für diesen Jugendthriller vergibt Testingbooks 7,0 von 10 Punkte.

Weitere InfosBuch-Cover Giftkuss von Zara KavkaBuch-Cover Höllenprinz von Zara Kavka

  • Zara Kavka ist ein Pseudonym, hinter dem sich Friederike Wilhelmi verbirgt
  • Die Autorin veröffentlichte bisher 3 Thriller im Arena Verlag (Giftkuss, Höllenprinz, Blütensplitter) und schreibt derzeit an einer Komödie, die 2016 ebenfalls im Arena Verlag erscheint

30.03.2015 © Jasmin

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