Rezension: Blue Secrets – Der Ruf des Ozeans

Buch-cover-blue-secrets-der-ruf-des-ozeans„Durchschnittliches Finale einer recht oberflächlichen Trilogie rund um Meermänner, Meerjungfrauen und die Geheimnisse der Ozeane.“

(Jasmin, Testingbooks)

4,5 / 10 Punkte

Fantasy/ Jugendroman, Autorin: Anna Banks, Taschenbuch, ab 13 Jahren, 416 Seiten, CBT Verlag, Erscheinungstermin: April 2015.

Inhalt

Emma und Galen brauchen etwas Zeit für sich. Allein. Weit weg von den Königreichen Triton und Poseidon. Emmas Großvater, der König von Poseidon, schlägt den beiden vor, eine kleine Stadt namens Neptun zu besuchen. Neptun ist die Heimat von Syrena und Halbblütern, die sich alles andere als wohlgesonnen sind. Emma und Galen geraten zwischen die Fronten. Sie treffen auf das Halbblut Reed, der seine Gefühle für Emma nicht lange verbergen kann. Plötzlich befinden sich Emma und Galen mitten in einem Machtkampf, der nicht nur ihre Liebe bedroht sondern auch ihre Königreiche.

buch-cover-das-fluestern-der-wellenACHTUNG Fortsetzung: Mit „Der Ruf des Ozeans“ beendet Anna Banks ihre „Blue Secrets“-Trilogie rund um die Liebesbeziehung von Emma und Galen sowie sie geheimnisvolle Welt der Syrena. Um den finalen Band der Buchreihe zu verstehen benötigt man hin und wieder Vorwissen aus den vorangegangenen Büchern. Vor allem wenn es um die zwischenmenschlichen Beziehungen der einzelnen Figuren geht. Ein schneller Einstieg sollte aber auch ohne genaue Kenntnis der Vorgeschichte möglich sein, da die Autorin sich durch einen sehr einfachen Sprachstil und eine recht flache Handlung auszeichnet. Ich empfehle zunächst den ersten Band „Blue Secrets – Der Kuss dess Meeres“ zu lesen, denn dieser entsprich an Spannungs- und Unterhaltungspotential den Folgebänden. Bei Gefallen lohnt sich dann auch der Rest der Reihe.

Die Tiefen der Ozeane… und das Flachland

Trotz des tragenden Titels spielt der Ozean in diesem dritten Band nur eine untergeordnete Rolle. Tatsächlich ruft stattdessen das trockene Land die Protagonistin Emma und nicht die Weite des Meeres. Konkret verschlägt es sie auf Anraten ihres Großvaters in das kleine Städtchen Neptun. Eine typische Vorstadt, deren Name eigentlich schon alles verrät. Denn die niedliche Vorstadt-Idylle wird geprägt von Syrena (Meermenschen), Halblütern (Mischwesen aus Meermenschen und Landmenschen) und ganz normalen Menschen. Emma fühlt sich hier, inmitten von Ihresgleichen, und den spannenden Süßwasserquellen gleich wie zu Hause.

Der Ort Neptun an sich ist recht nett beschrieben: Es gibt den typischen, etwas schrägen Fremden, der aber trotz seiner Verrücktheit von allen geduldet wird, es gibt den engagierten, gewählten Bürgermeister mit seiner Bilderbuchfamilie und den autoritären Sheriff. Leider bietet diese Kleinstadtwelt nicht viel Raum für Spannung und Aufregung.

Galen und Emma

buch-cpver-blue-secrets-der-kuss-des-meeresDie beiden Protagonisten lieben sich trotz aller Irrungen und Wirrungen der ersten Bände noch immer und ehe sie sich dem Willen der Meeresvölker beugen, möchten sie noch etwas Zeit für sich haben. Ganz romantisch zu zweit… obwohl sie eigentlich eher streiten als romantisch vereint sind.

Gerade die weibliche Protagonistin Emma steigert ihre Fähigkeit des „Zerdenkens“ in diesem Roman auf nicht gerade ansehnliche Weise. Jede Bewegung ihres Geliebten wird analaysiert, zu Vergangenem und Zukünftigem in Beziehung gesetzt und interpretiert. Der Leser lernt hier schnell, diesen Gedankenwust einfach zu überlesen und nicht allzu viel darum zu geben.

Die männliche Hauptfigur Galen hingegen denkt weniger, theoretisch reicht es ja auch das er die größte Flosse im Teich besitzt (ich entschuldige mich für diesen etwas bissigen Kommentar, den ich mir leider nicht verkneifen konnte). Meist erläutert der Tritonprinz seine recht egoistischen Motive, so dass es auch zu einigen hitzigen Wortgefechten der Figuren kommt.

Insgesamt bildet die Beziehung der Protagonisten eindeutig den Mittelpunkt der Geschichte, auch wenn diese Beziehung kaum Spannungspotential oder romantische Momente bietet. Die übrigen Figuren des Romans bleiben im Hintergrund und werden meist auch eher oberflächlich beschrieben. Bezeichnend aber: auch in einer Stadt in der sie nicht durch ihre Abstammung auffällt verlieben sich die Männer sofort in die Protagonistin…

Die Handlung

Wegen der fehlenden Spannung und Aufregung im Dorf und innerhalb der romantischen Beziehung setzt Anna Banks in diesem Band auf die Frage nach Zugehörigkeiten und Abstammungen sowie eine Entführung. Diese Entführung nimmt den größten Teil des finalen Bandes der „Blue Secret“-Reihe ein und wird aus Galens Perspektive erzählt. Dieser wird gefesselt, gefoltert, geschlagen und ausgefragt… von einem völlig irren Syrena.

In der Zwischenzeit zieht Emma mit dem gutaussehenden Reed durch die Kleinstadt Neptun und erkundet die Quellen und ihre Art. Reed ist natürlich in Emma verliebt und anstatt sich um ihren Freund Galen zu sorgen, beschließt die Protagonistin sich zunächst erstmal verlassen zu fühlen und mit dem coolen Jungen durch den Roman zu planschen. Leider eine recht unbefriedigende Entwicklung und da für sie, aber auch für Galen, keine dringende Gefahr besteht, fehlt es hier leider auch an Spannung.

Die Bewertung

Leider bildet der dritte Band „Blue Secrets – Der Ruf des Ozeans“ eine ebenso flache Unterhaltung wie bereits seine Vorgänger und lässt eindeutig die Spannung vermissen. Hier gibt es leider kein großes Finale, weder emotional noch actionreich. Stattdessen plätschert die Story nur so dahin und weist zudem noch ein paar ärgerliche Tippfehler und merkwürde Übersetzungen auf (so „begräbt“ Emmas Mutter ihr Gesicht in den Händen, ich dachte immer es lautet „vergräbt“…).

Die Figuren sind den übrigen Titeln „Der Kuss des Meeres“ und „Das Flüstern der Wellen“ entsprechend ziemlich einfach und klischeehaft gehalten. Besonders negativ fallen hier die Antagonisten auf, deren einzige Motivation eine fortschreitende Geisteskrankheit zu sein scheint. Wahnsinn allein genügt mir aber nicht als ein angemessenes Motiv für eine Verschwörung, hier hätte man eindeutig mehr beschreiben können.

Im Gesamturteil möchte ich „Blue Secrets – Der Ruf des Ozeans“ 4,5 von 10 Punkte geben. Ein durchschnittliches Finale einer recht oberflächlichen Trilogie rund um Meermänner, Meerjungfrauen und die Geheimnisse der Ozeane, dass eindeutig mehr Action gebraucht hätte.

Weitere Infos

  • Anna Banks ist die Autorin der New York Times-Bestsellerreihe Blue Secrets (Der Kuss des Meeres, Das Flüstern der Wellen und Der Ruf des Ozeans). Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Crestview, Florida.
  • Originaltitel: Blue Secrets #3: Of Neptun, Originalverlag: Feiwel & Friends, US, Aus dem Englischen von Michaela Link

08.06.2015 © Jasmin


 

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2 Gedanken zu “Rezension: Blue Secrets – Der Ruf des Ozeans

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