Rezension: Blink of time

buch-cover-blink-of-time„Interessanter Jugendroman zur Multiversen-Theorie mit authentischen Figuren, der ethische und moralische Fragen leider völlig aussen vor lässt und eine wenig originelle Geschichte bietet – dennoch unterhaltsam.“

(Jasmin, Testingbooks)

5,0 / 10 Punkte

Jugendroman, Autor: Rainer Wekwerth, Hardcover, 360 Seiten, ab 14 Jahren, Arena Verlag, Erscheinungstermin: Mai 2015.

Inhalt

Sarah Layken flieht vor der Realität – doch vor welcher?
Ein Junge will ihr helfen – doch woher weiß er von ihrem Problem?
Kein Leben ist wie das andere – doch welches ist das richtige?
Um das richtige Leben zu finden, um ihre Liebe wiederzutreffen, um ihren Bruder vor einem Unglück zu bewahren, muss Sarah Layken die gleiche Situation wieder und wieder durchleben. Sie kann sich immer wieder für ein neues Leben entscheiden, aber sie kennt vorher niemals den Preis, den sie dafür bezahlen muss.

Die Welten von „Blink of time“

In seinem Jugendroman geht Rainer Wekwerth von der Multiversen-Theorie aus, welche besagt, dass unendlich viele Welten parallel zueinander existieren. Mit jeder Entscheidung, die ein Mensch trifft, entsteht quasi eine Welt in der er sich anders entscheidet. Klingt zunächst kompliziert, ist aber ein eigentlich recht einfaches Prinzip: Stellt ihr euch zum Beispiel die Frage danach ob ihr Abitur machen wollt oder nicht, so gibt es zwei Möglichkeiten Ja oder Nein. Es wird also nach dieser Entscheidung zwei Welten geben, eine in der ihr euch für das Abitur entscheidet und eine, in der ihr einen anderen Weg wählt. Diese Welten existieren nun nebeneinander und können sich in äußerst seltenen Fällen berühren. Nach Rainer Wekwerth ist dies der Moment, in dem ein Mensch aus seiner eigenen Realität in eine andere fallen kann.
Insgesamt liefert „Blink of time“ eine schlüssige Beschreibung dieser Theorie und eine anschauliche Darstellung der parallelen Welten, auch wenn die Figuren selbst nur wenig von dieser Theorie verstehen.

Die Figuren – Sarah und Josh

Die Handlung des Romans dreht sich hauptsächlich um die Beziehung zwischen Sarah und Josh, wobei Nebenfiguren eher oberflächlich und nur sehr seicht dargestellt werden. Während also Sarah und Josh durchaus eine Persönlichkeit aufweisen verhalten sich die anderen Figuren meist stereotyp. Dies fällt besonders auf, wenn man ihre Darstellung in unterschiedlichen Welten vergleicht.
Sarah ist ein lebenslustiges Mädchen, welches die typischen Themen der Pubertät beschäftigen. Jungs, Klamotten und ihre beste Freundin. Zudem ist sie eifersüchtig auf ihren kleinen Bruder und zu Beginn des Romans zeichnet sich zunächst auch eine Familienproblematik ab, die sich dann aber nicht erfüllt.
Josh ist geheimnisvoll und emotional. Er wird von einer Schuld niedergedrückt die ihn dazu veranlasst, ständig zwischen den Welten hin und her zu wechseln. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem er Sarah trifft.

Die Handlung

Das Aufeinandertreffen der Hauptcharaktere verläuft zunächst recht unspektakulär und langweilig. Sie sehen sich, Sarah berührt etwas in dem depressiven Josh und schwupps kann Sarah auch durch Welten springen.
Dies ist jetzt möglicherweise eine etwas überspitzte Darstellung der Romanhandlung, jedoch erscheint diese wirklich so oberflächlich. Spannung entsteht lediglich durch den ersten Weltensprung, weil Sarah sich plötzlich in einer völlig abwegigen Realität wiederfindet, die sie auch noch beinahe das Leben kostet.
Zusammen mit Josh versucht sie, ihrem Schicksal in jener Welt zu entkommen und eine andere, friedlichere Welt zu finden. Bei diesem Ziel geht der Autor leider überhaupt nicht darauf ein, ob und wie die Menschen in den anderen Welten sind. Zwar beschreibt er ihr Aussehen und ihre Handlungsweisen, aber er stellt nie die Frage: sind es noch die selben? Ist es für Sarah nicht merkwürdig, ihre Eltern zu treffen die gar nicht ihre Eltern sind? Und nur weil ihr Bruder in der einen Welt lebt ist er dennoch in der anderen tot, oder?
Auf solche sensiblen Themen geht Rainer Wekwerth leider gar nicht ein, vielmehr wird der Sprung in eine andere Realität zu einem Allheilmittel für die Protagonisten. Dein Freund wird verletzt? Spring in eine neue Realität. Ein Familienmitglied stirbt? Spring in eine andere Realität. Deine große Liebe hat dich verlassen? Spring in eine andere Realität…

Bewertung

Zusammengenommen bietet der Jugendroman „Blink of time“ von Rainer Wekwerth eine recht oberflächliche, hin und wieder aber auch spannende Unterhaltung. Die Figuren sind authentisch und recht annehmbar beschrieben und entsprechen sicherlich der Charakterisierung eines durchschnittlichen Jugendbuchs.
Das Thema der Multiversen und die hieraus resultierenden ethischen und moralischen Fragen werden leider in diesem Buch kaum berührt. Hier ruft lediglich das Abenteuer! Auch für ein Jugendbuch finde ich diese Darstellung ziemlich schwach und denke, hier hätten durchaus auch ein paar andere Aspekte thematisiert werden können.
Die Handlung, welche an sich ebenfalls nicht besonders hervorsticht, ist flüssig und hat ihre fesselnden Momente, jedoch ist sie auch ein wenig vorhersehbar und große Gefühle können nicht wirklich übermittelt werden. Aus den genannten Gründen erhält „Blink of time“ von mir 4,5 von 10 Punkte.

Weitere Infos

Rainer Wekwerth ist Autor aus Leidenschaft. Oft liest man, ein Autor habe sein Hobby zum Beruf gemacht. Rainer Wekwerth dagegen bezeichnet das Schreiben als Sucht: Er kann gar nicht anders. Wekwerth ist Autor erfolgreicher und preisgekrönter Bücher, die er teilweise unter Pseudonym veröffentlicht. Bisher war er hauptsächlich in der Fantasy heimisch, nun erzählt er mit dem Labyrinth-Zyklus eine mitreißende Geschichte, die die Grenzen der Genres sprengt. Neben dem Schreiben coacht er Autoren und Schreibschüler, ist Ehemann und Vater einer Tochter. Rainer Wekwerth lebt mit seiner Familie im Stuttgarter Raum.

22.06.2015 © Jasmin


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Ein Gedanke zu “Rezension: Blink of time

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