Rezension: Blackbird

Buch-Cover-Blackbird_front„Eine spannende Geschichte außergewöhnlich erzählt – Du kannst dieses Buch nicht so einfach aus der Hand legen.“

(Jasmin, Testingbooks)

8,5 / 10 Punkte

Jugendroman/Thriller, Autorin: Anna Carey, Taschenbuch, 352 Seiten, CBT Verlag, Erscheinungstermin: Dezember 2014.

Inhalt

Ein Mädchen erwacht auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Los Angeles. Sie weiß nicht, wer sie ist, wo sie ist, wie sie dort hinkommt. Sie hat ein Tattoo auf der Innenseite ihres rechten Handgelenks, das einen kleinen Vogel in einem Viereck zeigt. Sie erinnert sich an nichts. Nur bei einer Sache ist sie sich sicher: Jemand will sie töten. Also rennt sie um ihr Leben, versucht die Wahrheit herauszufinden. Über sich und über die Leute, die sie töten wollen. Nirgendwo ist sie sicher und niemand ist, was er zu sein scheint. Auch Ben, der Einzige, dem sie glaubte, vertrauen zu können, verbirgt etwas vor ihr. Und die Wahrheit ist noch viel verstörender, als sie es jemals für möglich gehalten hat.

Mit „Blackbird“ beginnt Anna Carey einen neuen spannenden Jugendthriller, welchen sie außergewöhnlich erzählt und der den Ursprung für eine neue Buchreihe bildet. Inhaltlich dreht sich die Handlung des Romans um das Leben von Sunny, einem Mädchen zwischen 16 und 18 Jahren.

Der Schauplatz des Thrillers

Hollywoodsign_blackbirdGleise, eine U-Bahnstation, eine unbekannte Stadt – Los Angeles und die Insel. Die Schauplätze der Handlung des Jugendthrillers sind zunächst wenig definiert und undeutlich. Erst durch die Beobachtungen der Protagonistin und durch ihre Bewertung werden sie zu tatsächlichen Orten, zu realen Städten und Plätzen. Interessant ist diese Art der Darstellung auf jeden Fall, da sie zur Spannung beiträgt und dem Leser das Gefühl gibt die Plätze selbst entdecken zu können. Generell spielen die Ortschaften eine weniger wichtige Rolle, vielmehr geht es um ihre Eigenschaften. Los Angeles ist belebt, die Insel birgt Einsamkeit und Abgeschiedenheit. Theoretisch könnten diese Orte durch andere Namenlose ersetzt werden, denn im Fokus bleibt immer die Handlung.

Die Figuren

Zu Beginn weiß der Leser kaum etwas über die Figur, ebenso wenig wie die Figur selbst. Denn Anna Carey hat hier einen sehr interessanten Schreibstil gewählt. Sie erzählt Sunnys Geschichte in der zweiten Person und konfrontiert den Leser so über den gesamten Roman mit einer persönlichen und auffordernden Ansprache.

Du siehst in den Spiegel und kommst dir selbst fremd vor… So ähnlich beschreibt sich die Hauptfigur des Jugendromans. Oder eher: So beschreibst du dich selbst. Denn du (der Leser) bist es, der sich selbst im Spiegel wahrnimmt. Der sich nicht erinnern kann und der in Lebensgefahr schwebt. Diese Art der persönlichen Anrede führt dazu, dass gerade zu Beginn der Handlung ein großes Spannungspotential entsteht. Zudem ist es leicht, sich mit der Hauptfigur zu identifizieren, denn sie weiß nicht mehr als du.

Zwischen den einzelnen Kapiteln der Protagonistin sind Einschübe aus anderen Personenperspektiven integriert. Diese sind in einer anderen Schriftart gehalten und entsprechen einem anderen Sprachstil. Die Polizistin Celia klingt somit anders als Sunny oder der Tracker Ivan. Diese Einschübe geben immer auch einen kleinen Überblick über die anderen Figuren und zudem eine interessante Sichtweise zur Protagonistin. Hier erfährt der Leser aber nur akute Gedanken und Gefühle, es wird keine ausführliche Charakterisierung der Figuren erstellt. Dies trägt einerseits zur Authentizität und Spannung bei, macht die Geschichte hin und wieder aber auch etwas sehr undurchsichtig.

Die Handlung

Die Handlung entwickelt sich um die Protagonistin Sunny herum, die ohne Erinnerung auf den Gleisen einer U-Bahn Station erwacht und gleich zu Beginn beinahe von einem Zug überrollt wird. Merkwürdige Narben und ein Tattoo kennzeichnen sie und lassen sie ahnen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Irgendjemand ist hinter ihr her und verhindert durch einen geschickten Trick, dass sie sich an die Polizei wenden kann. Immer mehr verstrickt sich das Mädchen in diese Geschichte und deckt nach und nach dunkle Geheimnisse auf.

Bewertung

Je mehr Geheimnisse gelüftet werden und je mehr der Charakter von Sunny in den Vordergrund rückt desto schwieriger wird es für den Leser sich mit der Erzählperspektive zu identifizieren. Natürlich handelt die Figur anders, als man selbst handeln würde. Versteht Zusammenhänge und interpretiert Sachverhalte im Sinne der Autorin bzw. der Handlungsentwicklung. Somit verliert das „du“ ein wenig Kraft und zieht den Leser nicht mehr so stark in die Geschichte wie am Anfang. Dennoch hat es weiterhin eine fesselnde Wirkung.

Zwischen den einzelnen Kapiteln der Protagonistin sind Einschübe aus anderen Personenperspektiven integriert. Diese sind in einer anderen Schriftart gehalten und entsprechen einem anderen Sprachstil. Die Polizistin Celia klingt somit anders als Sunny oder der Tracker Ivan. Insgesamt tragen diese Zwischenteile wohl zur Spannung bei, da sie dem Leser zum einen eine Außenwahrnehmung auf sich selbst (also Sunny) ermöglichen und zum anderen beim Entschlüsseln der Geheimnisse und Handlungsmotive durchaus hilfreich sind.

Die Grundidee eines tödlichen Spiels ist in diesem Roman sehr gut umgesetzt und wirkt authentisch. Mit den involvierten Personen und deren Bestrebungen entsteht eine spannende Geschichte die den Leser fesselt und eine sympathische Protagonistin enthält. Leider können Spannungs- und Identifikationspotential nicht über die gesamte Handlung aufrecht erhalten werden, da die Erzählperspektive manchmal doch zu Schwierigkeiten führt. Ein interessantes Experiment, welches sich im zweiten Band der Reihe hoffentlich noch steigern lässt: 8,5 von 10 Punkten.

Weitere InfosEnglisches-Cover_Deadfall

  • Die Übersetzung stammt von Tanja Ohlsen
  • Derzeit gibt es Spekulationen, dass Lionsgate sich die Rechte an Blackbird sichern will. Vielleicht gibt es dieses spannende Buch dann bald auf der großen Leinwand! Ich drücke die Daumen!

13.03.2015 (C) Jasmin

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