Rezension: Bannwald

buch-cover-bannwald„Spannender Auftakt einer neuen Buchreihe mit einer etwas vorhersehbaren Geschichte die dennoch zu fesseln vermag.“

(Jasmin, Testingbooks)

7,0 / 10 Punkte

Fantasy, Autorin: Julie Heiland, Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, ab 14 Jahren, Fischer FJB, Erscheinungstermin: Mai 2015.

Inhalt

Ich hasse den Wald. Ich hasse ihn aus tiefstem Herzen. Er tut so, als wäre er mein Zuhause. Aber das ist er nicht. Er ist mein Gefängnis.

Sie können nicht töten – als Anhänger der weißen Magie erschaffen sie nur. Seit Generationen lebt der friedliche Stamm der Leonen gefangen im Wald, gewaltsam unterdrückt vom Stamm der mörderischen Tauren.

Als die 17-jährige Robin auf den jungen Tauren Emilian trifft, ist sie sich sicher, dass er sie töten wird. Doch Robin gelingt es zu fliehen – scheinbar. Erst später wird ihr bewusst: er hat sie laufen lassen. Warum?

Als Robin dann ein Reh mit der bloßen Kraft ihrer Gedanken tötet, ist sie zutiefst erschüttert. Was ist mit ihr?

Robin trägt ein Geheimnis in sich, und es gibt nur einen, der davon weiß – ihr größter Feind.

Wie es dazu gekommen ist? Wie es immer zu so etwas kommt. Die Starken wittern die Macht und bezwingen die Schwachen. Wir, der Stamm der Leonen, sind Anhänger der weißen Magie. Die Magie der Natur. Wir heilen, wir erschaffen, wir tun Gutes.

Die anderen, der Stamm der Tauren, haben sich der schwarzen Magie verschworen. Sie herrschen kaltblütig, sie vernichten, sie töten. Auch uns. Aber das werde ich nicht länger zulassen.

Bannwald – Der Schauplatz des Romans

Passend zum Buchtitel spielt die Handlung hauptsächlich im Wald. In diesem Wald, der sich überall auf der Welt (abgesehen von tropischen Regionen o.ä.) befinden könnte leben das Volk der Tauren und das Volk der Leonen. In der Nähe dieser beiden Siedlungen gibt es zwar eine Stadt, diese spielt aber nur eine sehr untergeordnete Rolle. Da die Tauren die Stadt sowie den Wald beherrschen und die Leonen zwingen, in ihrem eigenen kleinen Waldgebiet zu bleiben, erfährt der Leser nicht viel über die sonstige Umgebung.

Dafür ist der Wald umso farbenprächtiger und detailreicher beschrieben. Die Autorin bemüht sich sehr, den Schauplatz des Romans mit all seinen Facetten darzustellen. Von düsteren Gebieten des Nadelwalds, in denen die Sonne kaum den Waldboden erreicht, bis hin zu den lichten Stellen des Laubwaldes, Felswänden und Flüssen erlebt der Leser die Natur und ihre Anziehungskraft beinahe hautnah. Zudem werden die Gefühle der Protagonistin mit dem Leben des Waldes verknüpft und so wird eine noch intensivere Vorstellung ermöglicht. Eine wirklich sehr gelungene Romanwelt.

Sternenwesen und ihre Fähigkeiten

Der Roman „Bannwald“ befasst sich mit dem Leben und der unterschiedlichen Fähigkeiten der Sternenwesen. Hierbei bedient sich Julie Heiland der bekannten Sternzeichen und schreibt ihnen unterschiedliche Kräfte zu. Die Tauren, das Sternzeichen Stier, beherrschen die dunkle Magie die vernichtet und tötet, während die Leonen, das Sternzeichen Löwe, die gute Magie beherrschen. Bereits an dieser Paarung wird deutlich, dass die Leonen wohl kaum so schwach sein können, wie die Autorin sie zu Beginn des Romans beschreibt.

Begründung für die ungleichen Machtverhältnisse ist die Unterdrückung der Leonen und die Verheimlichung ihrer wahren Geschichte durch die Tauren. Dennoch fragt sich der Leser hin und wieder, warum die Leonen so extrem überzeichnet schwach sein müssen und warum die Tauren im Gegenzug so mächtig sind. Dies gilt es in den folgenden Bänden aufzuklären.

Wie aus dem zuvor beschriebenen ersichtlich herrscht Hass und Misstrauen zwischen den Völkern und hierauf basiert die natürlich tragische Liebesgeschichte.

Robin & Emilian – Ein ungleiches Paar

Die Hauptfiguren der Geschichte gehören, wie sollte es auch anders sein, jeweils einem der verfeindeten Stämme an.

Robin ist eine Leone, aber viel mächtiger als die übrigen Mitglieder ihres Stammes. Sie ist sehr emotional, versteckt dies jedoch meist hinter einer Maske hinter die lediglich der Leser blicken kann, da die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird.

Emilian, der Taure in den sie sich später verlieben wird, ist der geheimnisvolle Badboy der Geschichte mit einem weichen Kern und einer harten Schale. Leider bleibt diese Figur durchgängig in diesem Klischee verhaftet und bietet nichts Überraschendes oder gar außergewöhnliches.

Der Anführer der Tauren bildet den Antagonisten der Geschichte. Hinterhältig, schlau und stark wird er beschrieben, doch irgendetwas scheint seine Gesundheit zu beeinflussen und in wenigstens in manchen Momenten erscheint er schwach. Er besitzt ein mächtiges Artefakt, mit welchem er die Geschichte des Romans stark beeinflussen könnte, jedoch kommt dieser Aspekt in der Geschichte viel zu kurz. Hier hätten ein paar zusätzliche Ausführungen nicht geschadet.

Die Handlung

Übergeordnet geht es um die Unterdrückung der Leonen durch die Tauren und den Kampf der Unterdrückten gegen ihre ungerechten Herrscher. Im speziellen jedoch handelt es sich um eine weitere Liebesgeschichte a la Romeo und Julia. Die beiden Hauptfiguren Emilian und Robin treffen aufeinander und entwickeln Gefühle füreinander, die eigentlich verboten sind.

Diese Entwicklung ist innerhalb der Handlung leider nicht sehr überzeugend dargestellt. So zwingt Emilian die Leone Robin zunächst, mit ihm Zeit zu verbringen. Hierbei gibt die sonst so sture und eigensinnige Protagonistin sehr schnell auf und unterwirft sich ihm, wobei sie doch eigentlich die Rebellin der Geschichte ist.

Natürlich ist Emilian eigentlich ein guter Kerl und möchte ihr nur helfen, jedoch erscheint die Beziehung der beiden doch sehr Klischee behaftet. Zum Glück hält die Autorin hier am Ende der Geschichte noch eine spannende Wendung bereit, die auf eine etwas tiefsinnigere Erzählung hoffen lässt. Diese Hoffnung wird dann zwar auf den letzten Seiten wieder zerstört, aber so beschert sie dem Leser wenigstens ein paar spannende Seiten.

Bewertung

Die Grundidee der verschiedenen Sternenvölker, die unerkannt neben den Menschen existieren erscheint zunächst als eine recht originelle Idee. Leider erfährt man als Leser kaum etwas über die Geschichte der Völker und im Fokus stehen lediglich Tauren und Leonen. Zudem ist die Machtverteilung durch die eindeutige Benennung der Völker auch von Beginn an klar und hält so wenige Überraschungen bereit.

Weiterhin sind die Figuren alle etwas klischeehaft gestaltet: der allmächtige Badboy Emilian, die rebellische, aber dennoch unterwürfige Robin, der tolpatschige aber liebenswerte beste Freund Laurin und der fiese, finstere Anführer der Tauren Birkaras.

Insgesamt bietet „Bannwald“ von Julie Heiland angenehme und leichte Unterhaltung, die den Leser hin und wieder fesseln kann aber manchmal auch zu Langweile führt. Dieser erste Band ist dennoch ein guter Auftakt für eine Buchreihe, denn es gibt noch viele offene Fragen und Geheimnisse die gelüftet werden müssen und trotz der hin und wieder oberflächlich wirkenden Erzählung gelingt es der Autorin, die Neugier des Lesers zu wecken. Aus diesem Grund möchte ich „Bannwald“ 7,0 von 10 Punkten geben und freue mich schon auf die Fortsetzung.

Weitere Infos

  • buch-cover-blutwaldJulie Heiland, 1991 geboren, hat Journalistik studiert. Parallel dazu hat sie eine Schauspiel- und Rhetorikausbildung absolviert und schon in einigen Fernsehfilmen mitgespielt. Ihre große Leidenschaft ist das Schreiben. „Bannwald“ ist ihr erster Roman
  • Die Fortsetzung des Fantasy-Romans ist „Blutwald“, dieser erscheint vorraussichtlich im September 2015

14.06.2015 © Jasmin


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Ein Gedanke zu “Rezension: Bannwald

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