Rezension: Aquamarin

buch-cover-aquamarin„Eine fesselnde und interessante Zukunftsvision über menschliche Fähigkeiten, Veränderungen und den Wunsch seinen Platz in der Welt zu finden.“

(Jasmin, Testingbooks)

8,0 / 10 Punkte

Jugendroman, Autor: Andreas Eschbach, Hardcover mit Schutzumschlag, ab 14 Jahren, 408 Seiten, Arena Verlag, Erscheinungstermin: Juni 2015.

Inhalt

Hüte dich vor dem Meer! Das hat man Saha beigebracht. Eine seltsame Verletzung verbietet der Sechzehnjährigen jede Wasserberührung.
In Seahaven ist Saha deshalb eine Außenseiterin. Die Stadt an der Küste Australiens vergöttert das Meer. Wer hier nicht taucht oder schwimmt, gehört nicht dazu. So wie Saha. Doch ein schrecklicher Vorfall stellt alles in Frage. Zum ersten Mal wagt sich Saha in den Ozean. Dort entdeckt sie Unglaubliches. Sie besitzt eine Gabe, die nicht sein darf – nicht sein kann. Nicht in Seahaven, nicht im Rest der Welt. Wer oder was ist sie? Die Suche nach Antworten führt Saha in die dunkelsten Abgründe einer blauschimmernden Welt…

Das Australien der Zukunft

Die Geschichte des Jugendromans spielt auf der anderen Seite der Welt in Australien, dem ehemals giftigsten Kontinent. Ehemals… denn in nicht allzu ferner Zukunft haben die Menschen fast alle lebensbedrohlichen Tierarten ausgerottet und sich ein eigenes, gentechnisch manipuliertes Paradies geschafft. Jedoch gefällt nicht jedem diese neuartige Entwicklung und so leben in Australien, in einem kleinen Städtchen am Meer, die Neotraditionalisten. Diese legen wert auf ein ursprünglicheres Leben. Zwar nutzen auch sie die Vorzüge der modernen Technik, allerdings nur in einem begrenzten Rahmen. Genetische Veränderungen sind verboten ebenso wie zum Beispiel technische Implantate. Die Welt des Romans liegt in der Zukunft und verschreibt eine Lebensart wie sie tatsächlich möglich sein könnte. Daher wirkt sie sehr realistisch und interessant.

Die Figuren

Saha, die Protagonistin des Jugendromans, ist eigentlich ein recht durchschnittliche Teenager. Sie geht zur Schule, lernt fleissig und ist sonst eher unauffällig. Doch aufgrund ihrer geringeren finanziellen Mittel und ihrer Krankheit, die sie von Wasser fern hält, wird sie von ihren Klassenkameraden ausgeschlossen und die reiche Super-Zicke erklärt sie zudem zu ihrem Lieblingsopfer. Pigrit, ein unscheinbarer Junge der bald zu ihrem besten Freund wird, ist die zweite Hauptfigur. Er ist es, der auf Saha zugeht und ihr Vertrauen gewinnt. Der Einzige, mit dem sie ihr Geheimnis teilt. Die Figuren der Geschichte wirken authentisch und angenehm unaufgesetzt. Ihre Motive sind nachvollziehbar und besonders Sahas taubstumme Tante Mildred wirkt faszinierend. Die Beziehungen der Protagonistin scheinen aus dem Leben gegriffen und ihr Pflichtgefühl sowie ihr Wunsch dazu zu gehören lassen die Handlung spannend werden.

Die Handlung

Grundsätzlich geht es um das Leben der Protagonistin. Eigentlich möchte Saha einfach nur in Ruhe gelassen werden und ein entspanntes Leben führen. Jedoch wird dies ständig durch nervige Klassenkameraden und die Umstände ihrer Krankheit gestört. Erst als Saha erkennt, was ihre Krankheit tatsächlich bedeutet beginnt sie sich als Figur zu entwickeln. Sie versucht ihren Platz in der Welt zu finden, sich anzupassen und trotzdem sie selbst zu bleiben. Die fesselnde Handlung ergibt sich aber nicht nur aus diesen menschlichen Motiven, sondern auch aus den Hintergründen. Hier spielt die Geschichte gentechnischer Veränderungen eine wichtige Rolle… lasst euch überraschen.

Bewertung

Insgesamt schreibt Andreas Eschbach mit seinem Roman „Aquamarin“ eine fesselnde und interessante Zukunftsvision über menschliche Fähigkeiten, Veränderungen und den Wunsch seinen Platz in der Welt zu finden. Mit sympathischen Hauptfiguren, einem grossen industriellen Feind und einer packenden Handlung greift er heutige und zukünftige Probleme auf und lässt den Leser an seiner Romanwelt teilhaben. Das Ende ist soweit geschlossen, dass die Leser zufrieden und alle wichtigen Fragen beantwortet sind, aber genug Raum für gedankliche Fortsetzungen bleibt. Für diese gelungene Geschichte vergebe ich 8,0 von 10 Punkte.

Weitere Infos

Andreas Eschbach wurde 1959 geboren und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Nach dem Abitur studierte er in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler, bevor er sich ausschließlich dem Schreiben widmete. Bekannt wurde er durch den Thriller „Das Jesus Video“, der monatelang auf den Bestsellerlisten stand und erfolgreich verfilmt wurde. Im Sommer 1994 erhielt Andreas Eschbach ein Stipendium der Arno-Schmidt-Stiftung „für schriftstellerisch hochbegabten Nachwuchs“. Im Frühjahr 1995 erschien der erste Erwachsenen-Roman, der auf Anhieb den Literaturpreis des Science Fiction Clubs Deutschland gewann. Alle weiteren Romane wurden ebenfalls mit mindestens einem Preis ausgezeichnet! Seit Mitte 1996 ist Andreas Eschbach als freier Schriftsteller tätig und lebt heute in der Bretagne.

05.07.2015 © Jasmin Gad


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Ein Gedanke zu “Rezension: Aquamarin

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